Weiterbildung zum Hausarzt soll erleichtert werden

Braunschweig.  Das Ziel: junge Mediziner langfristig als Hausärzte an die Region binden. Das Marienstift ist neuer Partner im Verbund für die Weiterbildung.

Jungen Ärzten soll die Weiterbildung zum Allgemeinmediziner erleichtert werden – speziell mit Blick auf die Ausbildungsabschnitte in Krankenhäusern.

Foto: Fabian Sommer / dpa

Jungen Ärzten soll die Weiterbildung zum Allgemeinmediziner erleichtert werden – speziell mit Blick auf die Ausbildungsabschnitte in Krankenhäusern. Foto: Fabian Sommer / dpa

Mit einem besonderen Angebot wollen die Ärztekammer und die Kassenärztliche Vereinigung (KVN) jungen Ärzten die Weiterbildung zum Allgemeinmediziner erleichtern. Die Hoffnung ist, junge Mediziner auf diese Weise langfristig als Hausärzte an die Region zu binden und damit dem Allgemeinmedizinermangel, gerade im ländlichen Bereich, entgegenzuwirken.

Als neuen Partner haben Kammer und KVN jetzt das Krankenhaus Marienstift mit ins Boot geholt. Es ist der neunte Partner im Bezirk zwischen Goslar und Gifhorn sowie der zweite in Braunschweig neben dem Städtischen Klinikum. Die Stellen in diesem Weiterbildungsverbund werden von Kammer und KVN gefördert. Der Geschäftsführer der Krankenhaus Marienstift gGmbH, Klaus-Dieter Lübke-Naberhaus, spricht von einem Angebot, von dem alle profitieren: sowohl seine Klinik und die Patienten, als auch die jungen Ärzte auf dem Weg zum Facharzt für Allgemeinmedizin.

Doch was ist unter diesem Weiterbildungsverbund genau zu verstehen? „Die Weiterbildung zum Facharzt dauert fünf Jahre und umfasst Abschnitte in stationären Einrichtungen und bei niedergelassenen Ärzten“, erläutert Marion Renneberg, Vorsitzende der Ärztekammer im Bezirk Braunschweig. Für die Ausbildung in Krankenhaus-Abteilungen, etwa Inneres, Chirurgie oder Gynäkologie, bewerben sich die jungen Ärzte normalerweise jeweils selbst. „Sie müssen daher oft viel Zeit für Bewerbung, Wohnungssuche und dergleichen aufbringen“, verdeutlicht Dr. Oliver Marschal, Vorsitzender der KVN-Kreisstelle. „Das ist für die jungen Mediziner und erst recht für Partner oder gegebenenfalls Kinder sehr anstrengend und bringt teils auch längere Wartezeiten mit sich.“ Zudem: „Kein Chefarzt einer Abteilung ist angetan, wenn er vermuten muss, dass ein Bewerber vielleicht nur ein halbes Jahr bleibt.“

In einem Weiterbildungsverbund wird dem jungen Arzt die Bewerbungsprozedur abgenommen. Die teilnehmenden Kliniken verpflichten sich, in Absprache mit den angehenden Allgemeinmedizinern übergangslos die Arbeit in mehreren Abteilungen zu ermöglichen. „Wir können von Anfang an für drei Jahre mit ihnen planen“, so Lübke-Naberhaus. Bis zu vier Stellen parallel stellt sein Krankenhaus zur Verfügung.

„An niedergelassenen Ärzten, die anschließend eine Stelle in ihrer Praxis zur Verfügung stellen, wird es nicht mangeln“, sagt Marion Renneberg. Im Marienstift hofft man auf großes Interesse von Bewerbern. „In einem kleinen Krankenhaus wie unserem erhält man als angehender Allgemeinmediziner einen guten Einblick in mehrere Fachrichtungen“, betont Lübke-Naberhaus, selbst Facharzt für Chirurgie und Arzt für Notfallmedizin.

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