Helfen Bodenschwellen gegen die Raser?

Braunschweig  Ein Leser sagt: Was im Ausland und in Nachbarstädten funktioniert, das funktioniert doch auch hier. Doch die Stadt lehnt es ab.

Unser Leser Günter Paschke fragt:

Warum werden keine Bodenschwellen gelegt, um Raser wirksam auszubremsen?

Die Antwort recherchierte Jörn Stachura

3D-Zebrastreifen, Ampeln, die automatisch auf Rot springen, wenn sich Autofahrer zu schnell nähern – aus der Bürgerschaft kommt eine ganze Reihe von Vorschlägen, um Raser einzubremsen. Vieles davon ist neu. Leser Günter Paschke ist der Ansicht: Man sollte besser auf Bewährtes zurückgreifen – Bodenschwellen in Tempo-30-Zonen.

Paschke ist der Ansicht: „Das gesamte Ausland löst das Raser-Problem mit Bodenschwellen. Es ist mir unbegreiflich, dass Braunschweig wieder und wieder über Raserei klagt, teure Blitzgeräte kauft und schier verzweifelt, dass dennoch die Höchstgeschwindigkeit nicht eingehalten wird. Nichts davon ist nachhaltig, nichts wirkt wirklich. Aber von Bodenschwellen, deren Wirksamkeit gegen Raserei keiner anzweifelt, will niemand etwas wissen.“

Das sei mehr als bedauerlich. Paschke: „Ich habe den Eindruck, dass Braunschweig eine Sonderrolle einnehmen will. Andere Städte gehen wesentlich konsequenter mit Bodenschwellen gegen Raser vor. Auch in Niedersachsen. Man muss nur mal zum Flughafen nach Hannover fahren. Dort liegen Bodenschwellen – niemand kommt dort auf die Idee zu rasen. Wegen der Bodenschwellen wird schön langsam und vorsichtig gefahren.“

Paschke will nun wissen: „Warum werden in Braunschweig keine Bodenschwellen gelegt, um Raser auszubremsen? Auf Bodenschwellen zu verzichten heißt: Die Interessen von Rasern haben Vorrang vor den Interessen derer, die sich ans Tempolimit halten. “

Die Stadtverwaltung sieht den Einsatz von Fahrbahnschwellen, so schreibt sie auf Anfrage, „kritisch“ – tatsächlich lehnt sie Bodenschwellen jedoch ab. Als Gründe werden genannt:

„Diese Elemente können zwar ein Mittel zur Geschwindigkeitsdämpfung sein. Jedoch wirkt diese Dämpfung nur sehr punktuell: Vor der Schwelle wird abgebremst, danach wieder beschleunigt. Um auf längeren Straßenabschnitten mittels Schwellen die Geschwindigkeit wirksam zu senken, müssen sie wiederholt eingebaut werden.“

Und die Fahrbahnschwellen hätten noch weitere Nachteile: „Das Abbremsen vor und das Beschleunigen nach einer Schwelle führt zu höherem Kraftstoffverbrauch und damit besonders an den sensiblen Punkten, zum Beispiel Wohngebiete, Schulen, Kindergärten, Fußgängerüberwege, wo eine Geschwindigkeitsreduzierung durch Schwellen angestrebt wird, zu höheren Schadstoff- und Lärmemissionen.“

Außerdem: „Auch beim Überfahren der Fahrbahnschwellen werden Erschütterungen und Lärm hervorgerufen, insbesondere durch Lastwagen. Fahrbahnschwellen erschweren grundsätzlich Stadtreinigung und Winterdienst.“ Des Weiteren verursachen Bodenschwellen „Probleme beim Einsatz von Rettungsfahrzeugen: Sie sind für einen schnellen und schonenden Patiententransport kontraproduktiv“.

Die Stadtverwaltung geht darum einen anderen Weg: „Derzeit werden im Stadtgebiet großflächige Aufpflasterungen im Einmündungsbereich neu angelegter Tempo-30-Zonen angelegt. Sie dienen dort der Geschwindigkeitsreduzierung und zugleich als optischer Hinweis auf den Beginn der Tempo-30-Zone.“

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (8)