„Die Bombenräumung bewies die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr“

Braunschweig  Die Delegierten des Feuerwehrverbandes ziehen Bilanz – und rüsten sich für Neues.

Torge Malchau (Vierter von links) bekam die silberne Ehrennadel des Feuerwehrverbandes. Dabei (von links): Stadtbrandmeister Ingo Schönbach, Ulrich Spanke (Öffentliche Versicherung), Ehrenbrandmeister Wolfgang Schulz, Jürgen Ehlers und Stephan Kadereit.

Torge Malchau (Vierter von links) bekam die silberne Ehrennadel des Feuerwehrverbandes. Dabei (von links): Stadtbrandmeister Ingo Schönbach, Ulrich Spanke (Öffentliche Versicherung), Ehrenbrandmeister Wolfgang Schulz, Jürgen Ehlers und Stephan Kadereit.

Foto: Heusing

Mit 15 Tagesordnungspunkten war in der Delegiertenversammlung des Feuerwehrverbandes Braunschweig-Stadt am Freitagabend ein prall gefülltes Programm abzuarbeiten. Zu den Themen gehörte auch die Entschärfung der Weltkriegsbombe in der Hennebergstraße. Der Leiter des Fachbereichs Feuerwehr, Torge Malchau, war voll des Lobes: „In der Nacht zum Donnerstag hat sich wieder einmal die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr gezeigt.“

Rund 10 000 Menschen waren, wie berichtet, von der Evakuierung des Gefahrenbereiches betroffen. „Darunter befanden sich 172 bettlägerige Patienten, die aus Kliniken und Seniorenheimen abgeholt wurden“, nannte Malchau eine weitere Zahl. Der Einsatz war durch ein hereinbrechendes Unwetter erschwert worden. Da habe sich gezeigt, „dass wir Schutz- und Wasserkleidung für alle brauchen“, erläuterte Stadtbrandmeister Ingo Schönbach.

Sein Jahresbericht 2017 stand im Mittelpunkt der Delegiertenversammlung, an der im Gebäude der Öffentlichen Versicherung 70 Delegierte aus den 30 Ortsfeuerwehren und Gäste teilnahmen, so Ratsherr Kurt Schrader und der Vorsitzende des Fördervereins Feuerwehr und Jugendfeuerwehr, Klaus-Peter Bachmann.

Ingo Schönbach hatte als Stadtbrandmeister die Nachfolge von Wolfgang Schulz angetreten, der im Juni mit einem Großen Zapfenstreich aus diesem Ehrenamt verabschiedet worden war.

Höhepunkt der Veranstaltungen war im vergangenen Jahr die Versammlung des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen, die an drei Tagen in der Stadthalle stattfand. Von den Gesamtkosten in Höhe von 18 000 Euro hatte der Feuerwehrverband 1900 Euro selbst zu tragen. „Umgerechnet auf unsere Mitgliederzahl waren das 0,79 Cent pro Mitglied“, rechnete Ingo Schönbach vor.

Ja, die Mitgliederzahlen können sich sehen lassen: In den Einsatzabteilungen der Ortsfeuerwehren, der Berufsfeuerwehr und der Werkfeuerwehren waren es am 31. Dezember 2017 insgesamt 2404 Frauen und Männer. Hinzu kommen die Mitglieder in den Kinderfeuerwehren (359), den Jugendfeuerwehren (431) und den beiden Musikzügen (65).

In seinem Ausblick auf das Jahr 2018 sagte Ingo Schönbach: „Wir wollen neue Veranstaltungen ins Leben rufen, aber die alten nicht sterben lassen.“ So wird unter dem Motto „Tradition mit Zukunft“ am 4. Mai, Beginn 19 Uhr, in der St.-Magni-Kirche erneut der Florians-Gottesdienst stattfinden. Die Rede hält Stöckheims Ortsbrandmeister Eike Kuthe, der als Historiker am Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte tätig ist.

Neu im Programm ist der Sport- und Aktivtag mit der Abnahme des Deutschen Sportabzeichens am 5. August auf der Bezirkssportanlage Rüningen. Hier dürfen alle Mitglieder der Ortsfeuerwehren im Alter von sechs Jahren an mitmachen.

Höhepunkt des Jahres soll der „Tag der Feuerwehr“ werden. Er findet am 9. September vor den Schloss-Arkaden, vor dem Rathaus und vor dem Kleinen Haus des Staatstheaters statt. Hier präsentieren sich die Berufsfeuerwehr, die Orts- und Werkfeuerwehren in einem bunten Programm – „und zwar kombiniert mit den neuen Leistungswettbewerben der Einsatzabteilungen“, verkündete Ingo Schönbach.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder