Kitas, Busse, Müllabfuhr: Beschäftigte streiken am Donnerstag

Braunschweig  2500 Beschäftigte legen in der gesamten Region im öffentlichen Dienst die Arbeit nieder. Grund sind die stockenden Tarifverhandlungen.

Mitte März fand in Braunschweig der erste Warnstreik der laufenden Tarifrunde im Öffentlichen Dienst statt.

Foto: Peter Sierigk

Mitte März fand in Braunschweig der erste Warnstreik der laufenden Tarifrunde im Öffentlichen Dienst statt. Foto: Peter Sierigk

Am Donnerstag bleibt der Müll liegen, viele Kitas sind geschlossen: Verdi hat für unsere gesamte Region einen großflächigen Warnstreik angekündigt. Grund sind die stockenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst.

Der Warnstreik ist umfassend. Die Beschäftigten wollen vor der nächsten Verhandlungsrunde am 15. und 16. April ein deutliches Zeichen setzen. Laut der Gewerkschaft werden in unserer Region 2500 Beschäftigte in Rathäusern, kommunalen Kitas, im Nahverkehr, Jugendzentren, den Energieversorgern, der Müllabfuhr, den Jobcentern und städtischen Bädern die Arbeit niederlegen.

Die Beschäftigten streiken in den Städten Braunschweig, Wolfsburg, Salzgitter und Göttingen sowie sämtlichen Landkreisen in der Region. Nicht immer werden sämtliche Bereiche betroffen sein. Die Stadt Wolfenbüttel zum Beispiel will dies am Montag mitteilen.

Verdi fordert sechs Prozent mehr Geld für die in ganz Deutschland 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Bund und Kommunen. Jeder soll aber mindestens 200 Euro mehr im Monat bekommen. Für die Auszubildenden will die Gewerkschaft mindestens 100 Euro und eine Übernahmegarantie herausholen.

Einige Städte und Gemeinden in unserer Region sind zum dritten Mal von Warnstreiks betroffen – immer an einem Donnerstag, immer blieb der Müll liegen. Sebastian Wertmüller, Geschäftsführer von Verdi Südost-Niedersachsen, warb um das Verständnis der Bürger. Die Arbeitgeber würden sich bisher nicht bewegen. Wertmüller verwies er auf die gute allgemeine wirtschaftliche Entwicklung. „Wer sich die ständig wachsenden Steuereinnahmen ansieht, wird verstehen, dass auch die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes an der positiven Entwicklung teilhaben wollen.“ Die Städte Braunschweig, Wolfsburg oder Wolfenbüttel hätten außerdem bereits große Nachwuchsprobleme bei den Erziehern in den Kitas. Das gelte auch für andere Bereiche. Der öffentliche Dienst müsse attraktiver gemacht werden.

Die Arbeitgeber lehnen die finanziellen Forderungen ab. Peines Landrat Franz Einhaus (SPD) ist Präsident des Kommunalen Arbeitgeberverbands Niedersachsen. Er sagte: „Es stehen intensive Verhandlungen im Raum. Es ist ja nicht so, dass wir nicht miteinander reden.“ Es seien nicht nur die sechs Prozent mehr Gehalt, sondern auch der Sockelbetrag von mindestens 200 Euro, der den Arbeitgebern zu schaffen mache. „In den unteren Gehaltsstufen sind das zehn Prozent und mehr“, so Einhaus. Die Arbeitgeber könnten nicht mit einer Zahl nach außen treten, bevor viele Modalitäten noch nicht geklärt seien.

Die Streikenden aus unserer Region wollen am Donnerstag mit 50 Bussen zur großen Kundgebung nach Hannover fahren. „Dort wollen wir gemeinsam Flagge zeigen“, sagte Wertmüller. Hauptredner wird der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske sein.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder