Sie sorgt für Ordnung in der Stadt

Braunschweig  Sandra van der Borst leitet den Zentralen Ordnungsdienst. Sie sieht „ihre“ Stadt durch eine besondere Brille.

Sandra van der Borst, Leiterin des Zentralen Ordnungsdienstes, neben ihrem Dienstwagen, mit dem sie täglich Streife durch Braunschweig fährt.Foto: Norbert Jonscher

Sandra van der Borst, Leiterin des Zentralen Ordnungsdienstes, neben ihrem Dienstwagen, mit dem sie täglich Streife durch Braunschweig fährt.Foto: Norbert Jonscher

Wenn Sandra van der Borst (45) in der City unterwegs ist, privat oder dienstlich, sieht sie „ihr“ Braunschweig durch eine spezielle Brille: durch die von Recht und Ordnung.

Die Leiterin des Zentralen Ordnungsdienstes (ZOD) der Stadt lacht und schiebt es auf ihren Beruf: „Man hat die Augen immer und überall auf und sieht sofort die Dinge, die nicht in Ordnung sind.“

Den roten Löwen

auf der Brust

Sandra van der Borst lebt und arbeitet in Braunschweig. Seit 1991 schon. Ihr Büro befindet sich in der Richard-Wagner-Straße 1. Die ZOD-Beamtin stammt ursprünglich aus der Lüneburger Heide, aus einer 4000-Seelen-Gemeinde, sieht sich aber längst als Braunschweigerin durch und durch, die sich nicht vorstellen könnte, woanders zu leben. Und das ist ein Phänomen, das sie mit anderen teilt und selbst vor Prominenten nicht haltmacht. Denken wir nur an Fußballer wir Torsten Lieberknecht oder Ronny Worm. Die Liste ist lang.

Zurück zu Sandra van der Borst. Was einen „waschechten“ Braunschweiger auszeichne? Na klar, sagt sie, der rote Löwe auf der Brust – und im Herzen sowieso. Da gebe es nichts. Die 45-Jährige hält ihrem Verein die Treue, auch in schlechten Zeiten.

Auf Streife immer

die Augen auf

Nun aber zum ZOD. Wenn’s den nicht gäbe, schwärmt die 45-Jährige, müsste er erfunden werden. Der frühere Oberbürgermeister Gert Hoffmann sei es gewesen, unter dessen Ägide der Ordnungsdienst einst entstanden sei – und inzwischen gebe es kaum eine Stadt, die nicht so eine Einrichtung habe.

Die Hauptaufgabe der 18 ZOD-Leute: immer schön die Augen aufhalten, wenn es während des mehrstündigen Streifendienstes kreuz und quer durch die Stadt geht, werktags von 7 bis 20 Uhr, außerdem auch samstags und häufig sonntags. Und vor allem immer dann, wenn’s in der Stadt brummt und einige Menschen gern mal über die Stränge schlagen. Wie beim Magnifest oder beim Schoduvel. „Dann haben wir zu tun.“

Wobei es Braunschweigs Autofahrer sind, vor allem die notorischen Falschparker, die zu den „Stammkunden“ zählen. Dass sie ihre Wagen dort abstellen, wo diese nichts zu suchen haben, ein absolutes No-Go für die Ordnungshüter von der Richard-Wagner-Straße. Vor Baustellenzufahrten beispielsweise. „Schon morgens um 7 Uhr klingeln bei uns die Telefone, weil Baufirmen nicht reinkommen zur Baustelle“, wundert sich Sandra van der Borst. „Wir versuchen dann, den Halter zu erreichen. Wenn das nicht klappt, lassen wir abschleppen.“

Manche „Kunden“

rasten komplett aus

Und dann steht da plötzlich, wie aus heiterem Himmel, der PKW-Besitzer auf der Matte. So lernt man Menschen kennen, und zwar richtig. Wie sie denn so sind, die Braunschweiger? Einsichtig? Umgänglich? Oder gar widerborstig? Da hat Sandra van den Borst ein Lob parat. Nein, die allermeisten, sagt sie, seien einsichtig. Doch man gerate auch an aggressive Genossen. Wie im Fall einer Radfahrerin (49), die partout nicht ihre 15 Euro Verwarngeld zahlen wollte. „Die ganze Sache ging so aus, dass zum Schluss die Polizei kommen und die Frau arretieren musste. Jetzt sehen wir uns vor Gericht wieder.“

Schön sei das nicht. Aber eine Ausnahme. „Viele, viele sind lieb und nett.“

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