Türöffner, Seelentrösterin, und auch mal resolut

Braunschweig  Sabine Schwarz ist Sekretärin an der Grund- und Hauptschule Rüningen.

Sabine Schwarz ist seit 16 Jahren Sekretärin an der Grund- und Hauptschule Rüningen. „Ich liebe diesen Beruf mit Leib und Seele“, sagt sie. Hier ist sie wie jeden Tag mit den Schulsanitätern in Kontakt, an diesem Morgen sind es die 13-Jährigen Marvin (vorn) und Justin.

Foto: Karsten Mentasti

Sabine Schwarz ist seit 16 Jahren Sekretärin an der Grund- und Hauptschule Rüningen. „Ich liebe diesen Beruf mit Leib und Seele“, sagt sie. Hier ist sie wie jeden Tag mit den Schulsanitätern in Kontakt, an diesem Morgen sind es die 13-Jährigen Marvin (vorn) und Justin.

Wer hätte das gedacht: Als erstes betritt in Rüningen morgens nicht der Hausmeister das Schulgebäude – sondern die Sekretärin. Sabine Schwarz – seit 2002 an der Grund- und Hauptschule tätig – ist immer schon um 6 Uhr da, zwei Stunden vor Unterrichtsbeginn. „Ich bin Frühaufsteherin“, erklärt die 56-Jährige. Sie hat sich den frühen Arbeitsbeginn selbst ausgesucht.

Dass außer Konrektorin Claudia Dunkel, die eine Viertelstunde später kommt, so früh morgens noch niemand im Haus ist, macht der Sekretärin nichts aus – im Gegenteil: „Dann kann ich in Ruhe was wegarbeiten.“

Wobei das Telefon auch so früh schon läutet: „Lehrer sollen sich bis 7 Uhr krankmelden“, sagt Sabine Schwarz, denn es muss ja eine Vertretung organisiert – oder eine Telefonkette in Gang gesetzt werden, wenn Schüler erst später zum Unterricht kommen müssen. Die Sekretärin hat die Ansprechpartner aus allen Klassen parat.

Auch Eltern melden sich im Sekretariat, wenn ihre Kinder krank sind. „Jedem Lehrer schreibe ich dann einen Zettel, damit sie wissen, warum ein Platz leerbleibt.“ Dieser Aufwand sei notwendig, um Schülern das Schwänzen so schwer wie möglich zu machen.

Aber meistens hilft Sabine Schwarz dabei, das Schüler- und Lehrerleben erträglicher zu gestalten, wenn mal schnell eine Kopie benötigt wird, der Drucker streikt oder ein Seelentröster gebraucht wird. Auch dafür ist die Sekretärin zuständig – und hat eine Dose mit Bonbons in Reichweite: „Oft hilft das schon, um ein Kind, das weint, abzulenken, bis die Schulsanitäter kommen.“

Auch für Eltern ist die Sekretärin da, unterstützt beim Ausfüllen von Formularen. „Wir haben viele Kinder von Migranten, deren Mütter und Väter dabei Hilfestellung benötigen.“ Von Schulleiter André Blechinger wird Schwarz nicht zuletzt deshalb als „Dreh- und Angelpunkt“ der Schule bezeichnet, er spricht in höchsten Tönen von ihr: „Sie ist eine Institution!“ Und eine gute Seele, die die Bedürfnisse ihres Gegenübers erkennt: „Manchmal möchte jemand einfach mal gelobt werden.“

Kurz vor Unterrichtsbeginn und in den Schulpausen ist der Teufel los im Sekretariat. Dann stehen schon mal 30 Personen im Raum, jeder will der Erste sein. „Ich kann abschalten und mich auf eine Sache konzentrieren“, sagt Schwarz, meint aber auch: „Grundsätzlich bin ich multitaskingfähig!“

Ein bisschen muss sie sich „ihre“ Schüler auch erziehen – schließlich begleitet die Sekretärin manche über zehn und mehr Jahre in deren Schulkarriere. „Wenn mir jemand ohne Bitte zu sagen einfach nur sein Anliegen entgegenschmettert, schalte ich auch mal auf Durchzug. Irgendwann frage ich dann, ob nicht noch ein Wörtchen fehlt. Meist fällt das dem Schüler oder der Schülerin dann ein, und das nächste Mal sagen sie gleich ,Bitte‘ und ,Danke‘“, meint die Sekretärin lächelnd. Und schiebt nach: „Die Kinder wissen, sie können auch mal einen Spruch machen, müssen aber mit einem Konter rechnen.“

Jetzt sind erstmal Osterferien, und Sabine Schwarz, die Frühaufsteherin, kann mit ihrem Mann in Ruhe zu Hause frühstücken, im Garten arbeiten – mal nicht an Schüler- und Lehrerwünsche denken. Und schwimmen gehen, wann sie will, neben Pilates eine ihrer liebsten Freizeitbeschäftigungen.

Aber bevor der Urlaub begonnen hat, gab es an ihrer Schule noch eine „Bratwurst-Dienstbesprechung“. Seit drei Jahren treffen sich die Schulbediensteten vom Rektor bis zum Hausmeister nach dem letzten Schultag vor Ostern zum Grillnachmittag, um die ersten echten Ferien des Jahres einzuläuten. Sabine Schwarz ist auch dabei – als Dreh- und Angelpunkt „ihrer“ Schule ist das natürlich selbstverständlich!

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