Oberschule und internationale Kita des CJD starten im August

Braunschweig  Für den bilingualen Kindergarten im Quartier St. Leonhard sucht das CJD noch Muttersprachler. Die Oberschule startet in Räumen des Gymnasiums.

Das F-Gebäude des Gymnasiums Christophorusschule: Hier soll die erste 5. Klasse der Oberschule vorerst untergebracht werden.

Das F-Gebäude des Gymnasiums Christophorusschule: Hier soll die erste 5. Klasse der Oberschule vorerst untergebracht werden.

Foto: Axel Kirchhof/privat

Mehrere Großprojekte treibt das Christliche Jugenddorfwerk in Braunschweig (CJD) derzeit voran. Zwei Einrichtungen werden die Schul- und Kita-Landschaft in der Stadt in Kürze erweitern: Geplant sind eine Oberschule und eine internationale Kita. Beide Einrichtungen sollen am 1. August starten. Für die Kita gebe es schon viele Anfragen, sagt Ursula Hellert, Gesamtleiterin des CJD in Braunschweig. Etwas zurückhaltender seien die Reaktionen auf die Oberschule: „Die Oberschule als Schulform ist neu in Braunschweig. Da braucht es etwas Zeit“, so Hellert.

Kita St. Leonhard International

Ende Januar war Richtfest: Die erste Kita des CJD Braunschweig entsteht im Quartier St. Leonhard gegenüber der Stadthalle. 105 Plätze sind geplant: Zwei Krippengruppen (für Kinder ab sechs Monaten) mit je 15 Plätzen und drei Kindergartengruppen (für Kinder zwischen drei und sechs Jahren) mit je 25 Plätzen.

Der Kindergarten arbeitet bilingual nach der Immersionsmethode: Jede Gruppe wird von zwei pädagogischen Mitarbeitern betreut, eine spricht immer Deutsch mit den Kindern, die andere Englisch. Etliche Familien seien aus beruflichen Gründen nur für wenige Jahre in Deutschland, erklärt Ursula Hellert – und sie legten deshalb großen Wert darauf, dass ihre Kinder auch Englisch sprechen. Zudem werde in immer mehr Familien ohnehin mehr als eine Muttersprache gesprochen.

„Wir suchen noch Native Speaker“, räumt Ursula Hellert ein und verweist auf den Fachkräftemangel. Man sei aber auf einem guten Weg. Kopfzerbrechen bereitet den Planern hingegen noch das Parkplatzproblem. Ursula Hellert: „Bislang sind alle Verhandlungen fehlgeschlagen, einen nahe gelegenen Parkplatz nutzen zu können.“ Nach derzeitigem Stand müssten die Eltern den Parkplatz des BraWo-Parks nutzen und von dort die letzten Meter zu Fuß gehen.

Zehn Kita-Plätze sind reserviert für Privatpersonen, die außerhalb Braunschweigs wohnen, und für Firmen. Diese zehn Plätze werden von der Stadt Braunschweig nicht finanziell unterstützt, so dass ein Betreuungsplatz 750 Euro im Monat kostet. Die Gebühr für die übrigen Plätze richtet sich nach der Entgelttabelle für Kitas in Braunschweig. Sobald die Kindergartengebühren in Niedersachsen entfallen, ist auch der internationale Kindergarten gebührenfrei.

Kernzeiten der Kita: Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr. Sonderöffnungszeiten ermöglichen eine Betreuung von 7 bis 17 Uhr.

Die Oberschule

Die Oberschule kombiniert das Angebot von Haupt- und Realschule. Das Genehmigungsverfahren für die Ganztagsschule bei der Landesschulbehörde läuft noch. „Wir gehen davon aus, dass es klappt, denn wir erfüllen alle Bedingungen des Schulgesetzes“, so Ursula Hellert. Sie verweist auf die Erfahrung des CJD Braunschweig als Schulträger: Der Verein betreibt auch das Christophorusgymnasium, die International School und die Hans-Georg-Karg-Grundschule. „Mit der Oberschule sind wir so aufgestellt, dass alle Schüler, egal welche Stärken und Schwächen sie haben, im CJD beschult werden können“, sagt die Gesamtleiterin.

Zielgruppe der Oberschule seien Schüler mit Begabungsstärken im praktischen, technischen, sozialen, kreativen und im IT-Bereich. Schulisches Lernen werde mit „konkreter Arbeit“ kombiniert, erklärt Hellert, beispielsweise in Form von Schülerfirmen, in den Werkstätten des Quartiers St. Leonhard und in Kooperation mit Betrieben.

In den ersten drei Jahren erhalten Schulen in privater Trägerschaft keine finanzielle Unterstützung vom Staat. Deshalb liegen die Kosten für einen Platz an der Oberschule vorerst bei 185 Euro im Monat für den Schulbesuch bis Mittag. Die Nachmittagsbetreuung kostet weitere 170 Euro. „Trotzdem wird die Schule in den ersten drei Jahren rote Zahlen schreiben. Das können wir nur, weil mit dem CJD ein großer Träger dahintersteht“, sagt Ursula Hellert und verspricht: Nach den drei Jahren werde der Elternbeitrag sinken.

Von Klasse 5 bis 7 werden an der Oberschule alle Kinder versetzt – da gibt es also kein „Sitzenbleiben“. In den Jahrgängen 5 bis 8 soll binnendifferenziert unterrichtet werden, in Jahrgang 9 und 10 soll in Hauptschul- und Realschulgruppe unterteilt werden.

Die erste 5. Klasse der Oberschule wird vorerst im Gebäude des Christophorusgymnasiums untergebracht. Sobald das benachbarte Internat des CJD in das Quartier St. Leonhard umgezogen ist – geplant ist September – wird das sogenannte Mädchenhaus kernsaniert und um ein Stockwerk erhöht. Hier soll dann die Oberschule ihr Zuhause bekommen.

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