Zwei TU-Teams traten beim Carolo-Cup in Braunschweig an

Braunschweig  Beim Wettbewerb der selbstfahrenden Modellfahrzeuge in der Stadthalle kamen die Braunschweiger Teams auf die vorderen Plätze.

Die Favoritenbürde wog schwer für das Team CDLC der TU Braunschweig. Im vergangenen Jahr gewannen die Studenten mit „Carolinchen 8.2“ den internationalen Wettbewerb der selbstfahrenden Modellfahrzeuge in der Stadthalle. Am Mittwochabend musste das Nachfolgemodell Carolinchen X zeigen, ob es ebenso schnell und sicher unterwegs ist.

„Caro X ist eine komplette Neuentwicklung, speziell im Bereich der Hardware“, sagte Torsten Vinicky aus dem CDLC-Team während des Trainings. Das X stehe für die Zahl 10. Nach der Version 8.2 sollte nicht die glanzlose 9 folgen, sondern gleich das Jubiläumsmodell.

Aus Tradition behalten viele Teams ihre Gruppennamen über die Jahre bei. CDLC steht für „Crazy Dancing Little Caroline“, was so viel heißt wie verrückt tanzende kleine Caroline. Und Carolinchen lehrte die Konkurrenz nicht erst 2017 das Fürchten. Auch schon 2016 war das Team auf Platz eins gelandet und hatte 4000 Euro Preisgeld abgesahnt. Dieses Mal jedoch reichte es „nur“ für Platz zwei.

Regelmäßig wird das Preisgeld im Folgejahr in die Entwicklung des neuen Fahrzeugs gesteckt. Caro X hat rund 2000 Euro Materialkosten verschlungen. Aber das Auto hat auch viel zu bieten: „Alle Räder werden einzeln angetrieben. Die Software ähnelt neuronalen Netzen und geht in Richtung künstliche Intelligenz. Die Karosserie ist im 3D-Drucker gefertigt“, erklärte Torsten Vinicky. Der Student sieht die Teilnahme an dem Projekt als gute Referenz für all jene, die nach dem Studium in der Automobilbranche einsteigen wollen. „Die Prozesse in den Modellen sind die gleichen wie in großen Fahrzeugen“, sagte er. Nicht umsonst fördern viele Unternehmen den Wettbewerb, zu dem sogar Teams aus Schweden, der Schweiz, Polen und China angereist sind.

Heimvorteil dagegen genossen auch die ISF Löwen, das zweite TU-Team. Anders als im CDLC-Team mit vielen Elektrotechnik-Studenten ist hier der Anteil an Informatikern größer. ISF steht für Institut für Softwaretechnik und Fahrzeuginformatik. Nachdem die Fahrzeuge zuletzt Simba eins bis drei hießen, benannten die Studenten ihr Auto diesmal nach einem anderen Charakter aus Disneys „König der Löwen“: dem Fiesling Scar. Der Name passt nicht nur, weil er das englische Wort für Auto beinhaltet. „Die Karosserie ist aggressiv orange“, sagte Felix Prautzsch aus dem 13-köpfigen Team. Sein Mitstreiter Armin Pistoor ergänzte: „Man baut eine Verbindung zu so einem selbst konstruierten Fahrzeug auf.“ Dafür hat er sich sogar die Nacht vor dem ersten Final-Trainingstag am Dienstag um die Ohren geschlagen.

Noch nicht alles lief rund bei Scar, der erst Anfang dieses Monats auf seine erste Testfahrt geschickt wurde. Scar war ganz neu mit einer Farbkamera ausgerüstet. „Dadurch kann das Fahrzeug Verkehrsschilder besser erkennen“, sagte Pistoor. Denn die Autos müssen nicht nur schnell und fehlerfrei durch den Parcours steuern und einparken, sondern auch die Verkehrsregeln einhalten. Scar machte seine Sache recht gut und kam in der Gesamtwertung des Carolo-Cups auf Platz 4.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder