Tanzdemo in Braunschweig: Keine Gewalt gegen Frauen!

Braunschweig  Vorm Schloss treffen sich 100 Frauen zu der weltweiten Aktion „One Billion Rising“. Sie tanzen, um auf die Ausbeutung von Frauen aufmerksam zu machen.

Flashmob gegen Gewalt: „One-Billion-Rising“ vorm Braunschweiger Schloss.

Foto: Peter Sierigk

Flashmob gegen Gewalt: „One-Billion-Rising“ vorm Braunschweiger Schloss. Foto: Peter Sierigk

Jede dritte Frau weltweit wurde bereits Opfer von Gewalt – so besagt es eine Statistik der Vereinten Nationen. Umgerechnet sind das eine Milliarde Frauen. Um auf diese Gewalt aufmerksam zu machen, die oft im Verborgenen stattfindet, gibt es seit 2012 die Aktion „One Billion Rising“: Eine Milliarde erhebt sich. Die Kampagne setzt sich für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie für Gleichstellung ein.

Am 14. Februar waren weltweit Frauen und Männer eingeladen, gemeinsam zu tanzen und kollektive Stärke zu zeigen. Insgesamt beteiligten sich Gruppen in mehr als 150 Staaten, in Deutschland waren Aktionen in 170 Städten angemeldet. Vorm Braunschweiger Schloss kamen am Mittwoch rund 100 Frauen zusammen. Sie tanzten zu dem Lied „Break the chain“ – Spreng’ die Ketten.

Die Hauptveranstalterinnen in Braunschweig waren das Frauenhaus und die Frauenberatungsstelle – zusammen mit dem Runden Tisch gegen häusliche Gewalt in Braunschweig. Sie machten bei der Aktion deutlich, dass Gewalt gegen Frauen kein Problem ist, dass irgendwo weit weg in fernen Ländern stattfindet. So verzeichnet die Kriminalstatistik der Braunschweiger Polizei für das Jahr 2016 rund 700 Fälle häuslicher Gewalt. Das Frauenhaus hatte 200 Anfragen für eine Aufnahme, musste aber mangels Kapazitäten mehr als die Hälfte davon abweisen.

„One Billion Rising“ wurde 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler initiiert. Viele Prominente unterstützen die Aktion, in Deutschland etwa die Schauspielerin Ulrike Folkerts und die Rapperin Sookee.

Der Song „Break the chain“ von Tena Clark wurde von verschiedenen Sängerinnen und in mehreren Sprachen aufgenommen und gilt als die gemeinsame Hymne der Kampagne. Es gibt eine eigens dafür entwickelte Choreografie – viele Teilnehmer treffen sich vorher zum Üben oder studieren den Tanz mithilfe von YouTube-Videos ein.

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