36 Waschungen im rituellen Waschhaus

Braunschweig  Die Zahl ist etwas niedriger als im Vorjahr. Vor allem Muslime nutzen das Angebot. Das Haus steht auch anderen Religionsgemeinschaften offen.

Das Waschhaus wurde 2015 eröffnet.

Foto: Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Das Waschhaus wurde 2015 eröffnet. Foto: Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Vor genau drei Jahren wurde auf dem Stadtfriedhof das Waschhaus für rituelle Totenwaschungen eröffnet. Es soll vor allem Muslimen eine würdevolle Bestattung mit Totengebet ermöglichen und steht zugleich auch anderen Religionsgemeinschaften offen.

Wie die Stadtverwaltung jetzt dem Grünflächenausschuss mitteilt, erfolgten im vergangenen Jahr insgesamt 36 Waschungen. Das sind 3 weniger als im Jahr 2016. Erwartet hatte die Stadt bis zu 65 Waschungen pro Jahr. Dann wären die Kosten zu 50 Prozent gedeckt.

Im ersten Jahr war der Zuspruch sehr gering gewesen: 2015 gab es nur vier Waschungen. Die Stadt hatte daraufhin die Gebühren von 190 Euro auf 70 Euro gesenkt – mit Erfolg. Das Waschhaus wird in erster Linie für Verstorbene genutzt, die in der Türkei geboren waren. Die meisten von ihnen lebten in Braunschweig, einige in den umliegenden Kreisen und Städten.

Bevor das Waschhaus in Braunschweig eröffnet wurde, war das Bestatten für viele muslimische Familien ein Problem: Die Verstorbenen mussten zum Waschen zum Beispiel nach Hannover gefahren werden. Oft entschieden sich Gläubige und ihre Angehörigen auch, in ihrem Geburtsland bestattet zu werden.

Im Islam sollen Muslime möglichst noch am Todestag von der Familie und Freunden zu Grabe getragen werden. Nach einer rituellen Waschung wird der Tote in weiße Leinentücher gewickelt und nach dem Totengebet auf einem Friedhof beigesetzt. In Niedersachsen können Muslime ihre Gläubigen seit 2005 auch ohne Sarg bestatten lassen.

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