Geflüchteter Syrer forscht in Braunschweig

Braunschweig  Hamzeh Haj Hammadeh promoviert am Institut für Genetik der TU. Er musste 2012 fliehen, kam über Algerien und die Türkei nach Deutschland.

Professor André Fleißner (links) mit Hamzeh Haj Hammadeh sind ein Team.

Professor André Fleißner (links) mit Hamzeh Haj Hammadeh sind ein Team.

Foto: Hoy/TU Braunschweig

Zum zweiten Mal hat die TU Braunschweig jetzt einen geflüchteten Forscher aufgenommen: Seit dem 1. Januar promoviert der syrische Wissenschaftler Hamzeh Haj Hammadeh am Institut für Genetik. Der 30-Jährige stammt aus Aleppo in Syrien.

Wie die TU mitteilt, studierte er dort Agrarwissenschaften und sammelte praktische Erfahrungen am International Center for Agricultural Research in the Dry Areas. 2012 habe er Syrien wegen des Krieges verlassen müssen: „Zwei Jahre verbrachte Hammadeh in Algerien, neun Monate in der Türkei, bis er schließlich 2015 nach Deutschland kam“, heißt es in der Mitteilung.

Die nächsten Schritte: Hammadeh suchte in Braunschweig Kontakt zu Professor André Fleißner vom Institut für Genetik, um an seine wissenschaftlichen Erfahrungen anknüpfen zu können. Fleißner bot ihm daraufhin die Teilnahme an einem seiner Laborpraktika für Masterstudierende an. Es folgten viele Treffen und Gespräche, aber auch Behördengänge. Das Problem: Laut der Uni wurde Hammadehs Studium in Deutschland nicht anerkannt, da er Syrien kurz vor dem Abschluss seines Masterstudiums verlassen musste. Das International Office der TU habe aber schließlich eine Lösung gefunden: Die Bearbeitung eines mehrwöchigen Forschungsprojektes am Institut für Genetik und eine abschließende Kenntnisstandprüfung ermöglichten die Anerkennung seines Masterabschlusses, heißt es seitens der TU.

„Die Unterstützung durch das International Office war von Anfang an klasse“, sind sich Fleißner und Hammadeh einig. An der TU Braunschweig habe sich der Promovend schnell eingelebt. Bei der traditionellen jährlichen Kohlfahrt des Instituts im letzten Jahr habe er sich gleich als Kohlkönig durchsetzen können.

Hammadehs promoviert jetzt zum Thema „Zellkommunikation und Zellfusion bei Pilzen“. Ermöglicht wird das dreijährige Stipendium durch das Förderprogramm „Wissenschaft.Niedersachsen.Weltoffen“. „Ich bin sehr glücklich über die Zusage“, sagt Hammadeh. Das ist eine große Erleichterung für mich, weil ich dadurch an der TU Braunschweig bleiben und auf meine wissenschaftlichen Erfahrungen aus Syrien aufbauen kann.“

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