Braunschweiger Arzt hat bei der Rallye Dakar viel zu tun

Braunschweig  Tobias Thorban berichtet: Mini X-Raid-Team ist vom Pech verfolgt. Neben Unfällen hat die Mannschaft auch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Der Braunschweiger Arzt Tobias Thorban bekommt die ganze Härte der Rallye Dakar zu spüren: „Das Rennen wird seinem Ruf gerecht und fordert seinen Tribut“, schreibt er uns aus Arequipa in Peru.

Der Mediziner, Wirbelsäulenspezialist am Herzogin Elisabeth Hospital in Melverode, ist Mannschaftsarzt für das etwa 100-köpfige Mini . Das klagt auf seiner Homepage: „Die Pechsträhne geht weiter.“

„Fast alle Fahrer angeschlagen“, vermeldet Thorban. „Nichts wirklich Ernstes, aber Prellungen und Stauchungen.“ Auch das Team leide: kein Schlaf, Stress, Hitze, Staub. „Und nun kommt auch noch die Höhe hinzu.“ Die Hälfte der Crew habe Bronchitis und Erkältung. „Langsam kommen auch die ersten Durchfallerkrankungen“, diagnostiziert der 57-Jährige.

Schon am zweiten Rallyetag hatte Thorban ordentlich zu tun bekommen. „Ein Auto durch Unfall zerstört; zum Glück nur Sprunggelenksfraktur beim Beifahrer“, übermittelte Thorban.

„Motorsport total“ schreibt über den Vorfall: „Dakar-Rookie Bryce Menzies sucht nach seinem schweren Unfall bei der zweiten Etappe der Rallye Dakar 2018 nicht nach Ausreden und nimmt die Schuld auf sich. Der US-Amerikaner hatte sich am Sonntag mit seinem Mini Buggy mehrfach überschlagen, wobei das Auto völlig zerstört wurde.“

Das Magazin zitiert den Fahrer so: „Bei mir sind nur das Ego und die Gefühle verletzt, aber mein Beifahrer hat sich den Knöchel gebrochen. Für ihn tut es mir leid, denn er hat mich gewarnt. Ich hätte besser auf ihn gehört“, habe Menzies nach dem Crash untröstlich erklärt. Denn der Sprung, der seinen Mini Buggy nur zwei Kilometer nach dem Start der Etappe ausgehebelt habe, sei im Roadbook verzeichnet gewesen.

Thorban berichtet auch vom Zusammenstoß zweier Minis: Beim Kreuzen einer Sanddüne seien sie auf dem Dünenkamm zusammengestoßen. „Konnten weiterfahren, haben aber sehr viel Zeit verloren und keinen Einfluss mehr auf den Ausgang des Rennens.“

Nach Angaben von „Motorsport total“ habe es sich um die Teamkollegen Yazeed Al-Rajhi und Boris Garafulic gehandelt. „Es geht uns allen gut“, zitiert das Magazin Al-Rajhis deutschen Beifahrer Timo Gottschalk.

Das Herzogin Elisabeth Hospital in Melverode möchte die Teilnahme ihres Oberarztes an der Rallye mit einem karitativen Projekt verbinden und Spenden sammeln für das Missionsspital Diospi Suyana. Das Krankenhaus mit angegliederter Schule liegt an der Wegstrecke in den südperuanischen Anden und wurde von einem deutschen Paar ins Leben gerufen.

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