Herzog-Anton-Ulrich-Museum: Rubens, Rembrandt oder doch Dürer?

Braunschweig  Der neue Besuchermagnet in Braunschweig reiht sich in die erste Liga der europäischen Ausstellungshäuser ein.

Nach sieben Jahren Bauzeit wurde das Herzog-Anton-Ulrich-Museum im Oktober 2016 eröffnet. Rund 35,6 Millionen Euro flossen in die komplette Sanierung und Erweiterung des Museums.

Nach sieben Jahren Bauzeit wurde das Herzog-Anton-Ulrich-Museum im Oktober 2016 eröffnet. Rund 35,6 Millionen Euro flossen in die komplette Sanierung und Erweiterung des Museums.

Foto: regios24/Simka (2), Blaschke (1)

Berlin, Paris, London, Wien oder Amsterdam – in europäischen Großstädten sind Museen und Kunsthallen von internationalem Rang ganz normal. Seit genau einem Jahr gibt es aber auch für Braunschweig allen Grund, in der ersten Liga der europäischen Ausstellungshäuser mitzuspielen: das neu eröffnete Herzog-Anton-Ulrich-Museum, kurz HAUM.

1887 wurde das Gebäude für

die Kunstsammlung errichtet

Sieben Jahre lang, von 2009 bis 2016, konnten die Braunschweiger nur erahnen, was hinter den Fassaden des Museums vor sich ging. Das aus dem Jahr 1887 stammende Gebäude, das damals eigens für eine der wichtigsten Kunstsammlungen der Barockzeit errichtet worden war, war nämlich so sehr in die Jahre gekommen, dass es schließlich geschlossen werden musste.

Marode Bausubstanz, veraltete Technik, zu wenig Platz – in den folgenden Jahren flossen insgesamt 35,6 Millionen Euro in die komplette Sanierung und Erweiterung des Museums. Die gesamte Architektur, die Anordnung und Aufteilung der Räume waren lange ein großes Geheimnis, das am 23. Oktober 2016 gelüftet wurde. 4000 großzügige Quadratmeter Fläche, zusätzlicher Platz für Sonderausstellungen, ein großer Veranstaltungssaal, extra Räume für kunstpädagogische Events und ein Museumsshop sind das Ergebnis der Umbauarbeiten. Modernste Klimatechnik schützt die Werke und Leihgaben aus den großen Museen in New York, Paris oder Rom.

Ein gut verständliches Leitsystem führt durch die grunderneuerten Ausstellungsräume, deren verschiedene Wandfarben in warmen Grün-, Blau- und Rotnuancen eine gute Orientierung und ein angenehmes Ambiente bieten. „Wir werden Sie verführen“ heißt es in den Broschüren und Katalogen des Museums. Keine kühne Behauptung, es ist tatsächlich so.

Anziehungspunkt für Besucher

aus aller Welt

Seit der Neueröffnung ist die „Verführung garantiert“ und der Besucherstrom reißt nicht ab. 117 082 Besucher (Stand 5. Oktober) aus dem In- und Ausland sind bisher in die Löwenstadt gekommen, um im neuen Herzog-Anton-Ulrich-Museum 4000 Kunstwerke aus 3000 Jahren Kunstgeschichte zu bestaunen. Man muss kein Kunstkenner sein, um sich im Museum zurechtzufinden.

Porzellan, Elfenbeinfächer, Vasen und Skulpturen

Die Werke sprechen für sich, bekannte Künstler sowieso: Von Rubens, Rembrandt und Dürer bis Picasso hängen prachtvolle Meisterwerke an den Wänden. Neben der großen Gemäldegalerie auf der 1. Etage birgt das Museum im 2. Stockwerk eine umfangreiche Sammlung mit wertvollem Fürstenberger Porzellan, edlen Kunstkammerschränken, ceylonesischen Elfenbeinfächern, Vasen und Skulpturen von Göttern und Königen.

Direkt im Erdgeschoss werden die Besucher in die Geschichte des Museums eingeführt. Hier erfährt man auch Historisches aus der Zeit der Herzöge und Fürsten von Braunschweig-Wolfenbüttel und kann die Werke aus dem reichhaltigen Kupferstichkabinett des Hauses bewundern.

Sieben Jahre Umbauzeit haben sich gelohnt: Aus einem der ältesten Museen Europas ist ein modernes Prachtpalais in neuem Look entstanden, dessen Begründer und Namensgeber, der Kunstfreund Herzog Anton Ulrich, bestimmt stolz wäre, könnte er heute durch die Hallen wandeln.

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