Braunschweiger Neonazi-Schläger geständig

Braunschweig  Beim Prozess gegen den Neonazi-Schläger geht es um die Attacke auf zwei Schüler und vier weitere Taten. Der 24-Jährige räumte die Taten ein.

Der 24-jährige Angeklagte am Mittwoch beim Prozessauftakt. Er räumt alle ihm vorgeworfenen Taten ein.

Der 24-jährige Angeklagte am Mittwoch beim Prozessauftakt. Er räumt alle ihm vorgeworfenen Taten ein.

Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Vor dem Amtsgericht Braunschweig hat Mittwochmorgen unter hohen Sicherheitsvorkehrungen der Prozess gegen den 24-jährigen Neonazi begonnen, der im Februar zwei Schüler der Neuen Oberschule brutal attackiert haben soll. Einer der Oberstufenschüler hatte dabei einen doppelten Kieferbruch erlitten und konnte sechs Wochen keine feste Nahrung zu sich nehmen.

Gleich zu Beginn des Prozesses teilte der Anwalt des Angeklagten überraschend mit: „Mein Mandant räumt alle Vorwürfe der in der Anklage zur Last gelegten Fälle ein.“ Der 24-Jährige war im Juli in Untersuchungshaft gekommen, nachdem er innerhalb eines halben Jahres rund 30 Mal polizeilich aufgefallen war. Vorbestraft ist er bislang nicht.

Fünf Taten sind nun angeklagt. Die Vorwürfe: gefährliche Körperverletzung, Beleidigung und Widerstand gegen Polizeibeamte. Knapp 20 Zeugen wurden Mittwoch angehört. Der Prozess wird fortgesetzt. Am 21. Dezember soll der psychiatrische Sachverständige Dr. Christian Riedemann angehört werden – anschließend wird das Urteil erwartet.

Die erste Tat ereignete sich Anfang Februar, kurz nachdem der Angeklagte Kontakt zur rechten Szene in Braunschweig bekommen hatte. Auf dem Bohlweg griff er laut Anklage einen Mitarbeiter der sozialistischen Jugendorganisation „Falken“ an, schubste ihn zu Boden und trat ihm dann mehrfach gegen den Kopf. Eine Überwachungskamera hatte den Vorfall gefilmt. Das Video wurde im Gerichtssaal gezeigt und dokumentierte, mit welcher Wucht der Übergriff erfolgte – der Angeklagte ist Bodybuilder und hat mehrere Jahre Kampfsport betrieben.

Das Opfer dieser Tat sagte als Zeuge aus und trat zugleich als Nebenkläger auf – ebenso wie der Gymnasiast, dem der Angeklagte zwei Wochen später auf dem Schulgelände der Neuen Oberschule mit einem Fausthieb und einem Fußtritt ins Gesicht den Kiefer gebrochen hatte.

Der Angeklagte gab an, von einer Schülergruppe beleidigt und aus der Menge heraus von einem Schüler angespuckt worden zu sein: „Ich habe mich gekränkt gefühlt und ihm eine verpasst.“

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