Streik: Kitas zu, keine Busse und Straßenbahnen

Braunschweig  Verdi-Mitglieder legen Mittwoch die Arbeit nieder. Die Polizei rät: Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen!

Großer Warnstreik in Braunschweig. Die Gewerkschaft Verdi ruft am Mittwoch, 27. April, ihre Mitglieder im Öffentlichen Dienst dazu auf, die Arbeit niederzulegen. Streiken werden Beschäftigte der Stadtverwaltung, einschließlich der städtischen Kitas, von BS-Energy, des Jobcenters, der Verkehrs-GmbH, von Alba, Bellis und Stadtbad-GmbH.

Weil auch die Verkehrs-GmbH bestreikt wird, müssen sich am Mittwoch, so Unternehmenssprecher Christopher Graffam, etwa 50 000 Fahrgäste in Braunschweig ein anderes Transportmittel suchen.

Graffam: „Weil wir bestreikt werden, können zwischen 4 Uhr am Mittwoch und 2 Uhr am Donnerstag keine Busse und Bahnen fahren. Der Normalbetrieb beginnt erst wieder am Donnerstag um 4 Uhr. Es gibt nur eine einzige Ausnahme: Die Schulbusse zu den Grundschulen werden fahren.“

Die Polizei Braunschweig rät dringend davon ab, am Mittwoch von Bussen und Straßenbahnen auf das Auto umzusteigen. „Wegen der vielen Baustellen in der Innenstadt kommt es in den Morgen- und Abendstunden bereits jetzt zu ganz schweren Verkehrsbehinderungen. Noch mehr Autos hieße: Verkehrs-Chaos und Stillstand“, so Sprecher Wolfgang Klages.

Der Polizeisprecher rät darum: „Auf Privatfahrten im Auto sollte am Mittwoch komplett verzichtet werden. Wer kann, sollte Mittwoch auf jeden Fall das Rad nehmen oder laufen. Wer mit einer Fahrgemeinschaft im Auto kommt, sollte ganz viel Zeit einplanen.“

Für weitere Behinderungen wird ein Sternmarsch von rund 1000 Verdi-Mitglieder zum Platz der Deutschen Einheit sorgen. Ein Demonstrationszug wird um 9 Uhr an der Taubenstraße beginnen und soll gegen 9.45 Uhr am Hagenmarkt sein. Um diese Zeit wird ein zweiter Demonstrationszug an der VW-Halle starten. Um 10.30 Uhr soll vor dem Rathaus die Kundgebung beginnen.

Auch die Eltern von Kindern in Städtischen Kitas müssen damit rechnen, dass die Kitas bestreikt werden. Verdi-Regionsgeschäftsführer Sebastian Wertmüller sagt dazu: „Welche Städtischen Kitas bestreikt werden, steht noch nicht fest. Wir werden die Eltern informieren. Sie sollen genug Zeit haben, sich eine Ersatz-Betreuung zu organisieren.“

Wertmüller erläuterte: „Details wird erst der Streikausschuss festlegen. Am Freitag sollte klar sein, welche Kitas geschlossen haben und welche nicht.“

Ob es weitere Warnstreiks oder gar einen längeren Streik geben wird, ist unklar. Verdi-Regionsgeschäftsführer Sebastian Wertmüller meint: „Die Kluft ist groß. Verdi fort 6 Prozent mehr Lohn im Jahr. Die Arbeitgeber bieten bislang nur etwa 1 Prozent an.“

Außerdem: „Es gibt sehr unterschiedliche Auffassungen, wie die Altersversorgung geregelt werden soll.“ Kommt es nächste Woche zu keiner Einigung, so Wertmüller, „wäre die dritte Verhandlungsrunde gescheitert. Das heißt normalerweise – Urabstimmung.“

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