Auf dem Ringgleis der Zukunft

Braunschweig  Das Braunschweiger Forum zeigt, wo im Osten der Stadt ein neuer Fuß- und Radweg verlaufen könnte.

Heinz Fechtel (Mitte) vom Braunschweiger Forum erklärte am Eintracht-Nachwuchszentrum den geplanten Verlauf des Ringgleises.

Heinz Fechtel (Mitte) vom Braunschweiger Forum erklärte am Eintracht-Nachwuchszentrum den geplanten Verlauf des Ringgleises.

Foto: Jörn Stachura

Alles gut festhalten! Denn wenn die Ehrenamtlichen des Braunschweiger Forums zur Entdecker-Tour einladen, dann geht es mit dem Fahrrad über Stock und Stein. Diesmal mussten die Räder sogar abgestellt werden. Kletterkünste waren gefragt.

Wieder waren mehr als 40 Braunschweiger dem Aufruf des Forums gefolgt, die Teile des Ringgleises kennenzulernen, die eines Tages einen großen Ring um Braunschweig bilden soll. Die alte Bahntrasse soll zu einem ruhigen Fuß- und Radweg werden. So das Fernziel.

Im Westen ist das bereits gelungen. Im Norden sind Planungsgrundzüge erkennbar. Doch Süden und Osten sind im Grunde noch weiße Flecken auf der Ringgleis-Karte. Denn dort handelt es sich größtenteils um Gelände der Deutschen Bahn. Sperrgebiet. Unbefugte haben keinen Zutritt. Obwohl zumeist keine Schienen mehr liegen.

Doch was dort einst war, das ist natürlich dennoch bekannt. Das Braunschweiger Forum hatte sich auf seiner Führung Unterstützung von Eisenbahnexperten geholt. Heiko Krause, er ist stellvertretender Stadtteilheimatpfleger im Westlichen Ringgebiet, und Mitstreiter scheinen dort praktisch jeden Meter samt zugehöriger Geschichte zu kennen. Sie erklärten, was es zum Beispiel mit der „Aufschnitt-Brücke“ am Kennel auf sich hat. Oder dass in den großen Eisenbahn-Dämmen, die dort aufgeschüttet wurden, Schweiß und Blut von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen stecken. Ebenso wie das alte Braunschweig, dessen Trümmer in den Dämmen nach dem Krieg Verwendung fanden.

Ein Gebiet, das bis zum Jahr 2018 zumindest teilweise für Radfahrer und Fußgänger erschlossen werden soll.

Erste Planungen im Rathaus sehen vor, dass der Deutschen Bahn eine Trasse von etwa 900 Meter Länge abgekauft werden soll.

Das alte Ringgleis verläuft freilich in etwa 15 Meter Höhe. Rund 100 Stufen für Fußgänger. Eine Rampe für Radfahrer wäre etwa 400 Meter lang. Ein Ingenieur-Büro ist mittlerweile eingeschaltet, das Vorschläge machen soll.

Das Forum warb dafür, dass die Rampe in Serpentinen verläuft. Hintergrund, so Fechtel: „Das ist wahrscheinlich etwas teurer. Doch wenn es 400 Meter nur geradeaus und bergab geht, werden Radfahrer viel zu schnell. Das ist zwar billiger, aber nicht richtig sicher für Radfahrer.“

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