Streunende Katzen müssen künftig kastriert werden

Braunschweig  Freilaufende Tiere haben sich in Braunschweig rapide vermehrt. Ihnen geht es oft nicht gut. Sie hungern und leiden unter Krankheiten.

Eine Katze am offenen Fenster. Auch sie muss kastriert werden, weil sie ein potentieller Freigänger ist.

Eine Katze am offenen Fenster. Auch sie muss kastriert werden, weil sie ein potentieller Freigänger ist.

Foto: Archiv

Wenn der Stubentiger zum herrenlosen Straßenkater wird. In Braunschweig gibt es immer mehr Katzen, die frei herumlaufen und verwildern. Sie vermehren sich unkontrolliert, führen ansonsten jedoch ein klägliches Dasein. Abfälle, Vögel, Kleinsäuger sind ihre Nahrung. Der Rat der Stadt hat dem nun einen Riegel vorgeschoben: Er beschloss eine verbindliche Kastrationspflicht für freilaufende Tiere.

Durch die neue Regelung, die bereits in anderen Städten erfolgreich praktiziert wird, soll die rapide Vermehrung der streunenden Tiere gestoppt werden.

Was sieht die Verordnung vor?

Die Verordnung sieht vor, dass Katzenhalter, die ihrer Katze Zugang ins Freie gewähren, diese spätestens fünf Monate nach Geburt von einem Tierarzt kastrieren lassen. Zusätzlich erhält die Katze einen Mikrochip, mit dessen Hilfe der Halter identifizierbar ist.

Als Katzenhalter im Sinne der Verordnung gilt auch, wer freilaufenden Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stellt.

Nach der Kastration – sie kostet zwischen 50 (Männchen) und 100 Euro (Weibchen) – erhält der Halter eine Bescheinigung des Tierarztes, die er aufbewahren und der zuständigen Behörde auf Verlangen vorlegen muss.

Warum wird kastriert?

Nach Angaben des Tierschutzes werden von den Tierrettern seit 2007 jährlich 60 bis 70 streunende Katzen systematisch eingefangen, kastriert und mit einem Chip gekennzeichnet, bevor sie wieder ausgesetzt werden. „Hinzu kommt noch einmal die gleiche Zahl Jungtiere, die wir aber bei uns im Tierheim behalten“, sagt Tierheimleiterin Verena Geißler. Und: Es gebe zudem eine hohe Dunkelziffer, heißt es, da die wilden Katzen sehr scheu und zurückgezogen lebten.

Den Tieren geht es nicht gut. Oft seien sie unterernährt und plagten sich mit hartnäckigen Krankheiten wie Katzenschnupfen herum. Verena Geißler: „Auch Katzen-Aids ist bei uns im Kommen.“

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