Den Thuner Bürgern entgeht nichts

Braunschweig  Die Container bei Eckert & Ziegler waren ein Thema bei der Bürgersprechstunde mit Dezernent Gerold Leppa in Wenden.

In der Diskussion: Bei Eckert & Ziegler gelagerte Container.

In der Diskussion: Bei Eckert & Ziegler gelagerte Container.

Foto: Jörn Stachura

Zwei neue Container sollen in einer hinteren Ecke des Firmengeländes von Eckert & Ziegler stehen – „sind das Transport- oder Lagercontainer, und wie überprüfen Sie, was das wirklich ist?“ Das war nur eine der Fragen, die Mitglieder der Bürgerinitiative Strahlenschutz (BISS) während der Verwaltungssprechstunde mit dem neuen Wirtschaftsdezernenten Gerold Leppa und weiteren Spitzen der Verwaltung am Dienstagabend in Wenden stellten.

„Ich fordere Sie auf, mit Land und Firmen einen besser geeigneten Standort zu finden als im Dreieck zwischen zwei Schulen, Kindergärten und Wohngebieten.“
Thomas Huk, Vorsitzender des Vereins Bürgerinitiative Strahlenschutz.

Die Bürger schauen Verwaltung und Politikern genau auf die Finger, im Stadtbezirk Wenden-Thune-Harxbüttel noch mehr als in manch anderem Stadtteil. Denn dort befinden Unternehmen, die mit radioaktivem Material arbeiten – das Misstrauen ist groß.

Deshalb appellierte der neue Fachbereichsleiter für Stadtplanung und Umweltschutz, Thorsten Warnecke, eindringlich an Anwohner und BISS-Mitglieder, „die Stadtverwaltung als Partner und nicht als Gegner zu sehen“.

„Ich appelliere an Sie, die Stadtverwaltung als Partner und nicht als Gegner zu sehen“
Thorsten Warnecke, Leiter Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz.

„Wir haben beide das Ziel, zusätzliche Anlagen und Hallen, in denen mit strahlendem Material gearbeitet wird, zu verhindern“, betonte Warnecke. Indes hätten nach wie vor nur das Gewerbeaufsichtsamt als Landesbehörde und das Landesministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz die Möglichkeit, Änderungen der genehmigten Strahlenschutzwerte herbeizuführen.

Bezüglich der neuen Container, die sich „seit 3. März, 15.30 Uhr“, so ein Beobachter des Firmengeländes, auf dem Grundstück von Eckert & Ziegler befinden sollen, räumt die Leiterin des städtischen Referats für Bauordnung, Ulrike Ellenberger, ein: „Der Status muss geprüft werden.“ Man verlasse sich in der Regel auf die Angaben der Firmen – doch mit solchen Aussagen lässt sich die Bürgerinitiative nicht abspeisen.

Hintergrund der Frage ist der Umstand, dass die Stadt dem Unternehmen untersagt hat, Container auf dem firmeneigenen Gelände zu lagern, da dafür keine Baugenehmigung erteilt sei. Ellenberger wies aber darauf hin, dass die Firma Widerspruch gegen die Nutzungsuntersagung eingelegt habe. „Die rechtliche Bewertung ist unterschiedlich.“

Ein anderer Hinweis der BISS lautete, Container auf dem Gelände verstellten eine Feuerwehrzufahrt. „Bei einer mir bekannten Prüfung hat die Feuerwehr keine Mängel festgestellt“, antwortete die Leiterin des Bauordnungsreferats, „aber das ist natürlich immer nur eine Momentaufnahme.“

Der Vorsitzende des Vereins BISS, Thomas Huk, forderte die Verwaltung erneut auf, „gemeinsam mit Land und Firmen einen neuen, besser geeigneten Standort zu finden, als im Dreieck zwischen zwei Schulen, Kindergärten und Wohngebieten mit radioaktivem Material zu hantieren“.

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