Land richtet zusätzliche Mess-Stellen in Thune ein

Braunschweig  Das Land Niedersachsen will einen Dialog zwischen den Unternehmen aus dem Industriegebiet Thune und den Anwohnern in Gang bringen.

So sehen die Geräte aus, mit denen in Thune die Neutronen-Strahlung gemessen wird.

So sehen die Geräte aus, mit denen in Thune die Neutronen-Strahlung gemessen wird.

Foto: Rudolf Flentje

Während eines ersten Treffens am Donnerstagabend wurden regelmäßige Gesprächsrunden vereinbart.

Anlass des Treffens im Gewerbeaufsichtamt in der Weststadt war, dass seit Anfang des Jahres rund um Eckert & Ziegler Nuclitec sowie GE Healthcare Buchler zusätzliche Geräte stehen. Sie messen dort Neutronen- und Gammastrahlung. Die Strahlung entsteht beim Umgang der Firmen mit radioaktivem Material.
Das Land hat außerdem ein eigenes Mess-System installiert und erhält so die Möglichkeit, die von den Betrieben ermittelten Daten zu ergänzen und auf Plausibilität zu überprüfen.

Der Jahresbericht der Mess-Ergebnisse, so kündigte das Land an, werde künftig regelmäßig im Internet veröffentlicht.

Und wen man auch nach der Diskussion fragte, die einhellige Meinung war: Zusätzliche Messgeräte und Messungen sind gut. Die „Spielregel“ von Moderator Andreas Aplowski, andere doch bitte ausreden zu lassen, erwies sich darum auch als überflüssig. Die Neuerungen schürten schließlich keine Emotionen.

Das wird vielleicht bei anderen Themen anders sein. Vertagt wurden zum Beispiel die Streitfragen, wie es um den Stresstest der Unternehmen steht und wie eine Verringerung der Direktstrahlung am Zaun erreicht wird.

Thomas Huk von der Bürgerinitiative Strahlenschutz machte zum Beispiel deutlich, dass er sich mehr erhofft hatte: „Mehr Messgeräte verringern ja nicht die Strahlung am Zaun.“

Die ist nach Meinung der Bürgerinitiative zu hoch. Dass die Grenzwerte dennoch eingehalten werden, liegt nach ihrer Meinung an der Mess-Methodik. Statt der üblichen 8650 Stunden jährlich wird in Thune nur 2000 Stunden lang gemessen. Dass so verfahren werden kann, dafür haben die Thuner Unternehmen freilich eine Genehmigung.

„Es ist nicht in Stein gemeißelt, dass nur 2000 Stunden lang gemessen wird“, kommentierte Astrid Lange vom Landesumweltministerium die Kritik. Konkreter wurde sie nicht. Erhellendes gab es dafür zur Frage, ob Thune ein Zwischenlager für radioaktive Abfälle sei. Nein, betonte Lange, in Thune lägen schließlich keine radioaktiven Abfälle, die bereit zur Endlagerung seien.

Klaus Kocks, Sprecher Eckert & Ziegler, und Huk begrüßten die Gesprächsreihe, waren sich allerdings einig darin, dass die Problemlösung eine „politische Frage“ sei.

Kocks erwartet von der Politik, dass sie für einen „Interessensausgleich zwischen Anliegern und Unternehmen sorgt“. Huk meint: „Solche Unternehmen gehören nicht zwischen Schulen und Wohngebiete. Daraus muss die Politik Konsequenzen ziehen.“

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