Strahlungsüberwachung in Thune auf neuer Basis

Braunschweig  Das Umweltministerium ist jetzt zuständig und setzt auf „Weiterentwicklung der Standards“. Und Klaus Kocks berät Eckert & Ziegler.

Das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig verschickte eine bemerkenswerte Einladung. Überschrift: „Vorstellung der neuen Überwachung der Direktstrahlung.“ Es geht um das Industriegebiet Thune – heute versammeln sich im Gewerbeaufsichtsamt in der Ludwig-Winter-Straße die eingeladenen Vertreter der Unternehmen, der Politik – und aller Nachbarn in Thune (siehe auch Titelseite).

Dabei wird auch ein sehr bekanntes Gesicht sein – indes nicht in diesem Zusammenhang. Professor Klaus Kocks – früher Leiter der Konzernkommunikation bei Volkswagen und heute telegener Kommunikationsberater – hat als Berater bei Eckert & Ziegler angeheuert.

Prompt meldete sich Kocks gestern – und ließ eine Marschroute vertrauensbildender Kommunikation durchblicken: „E&Z folgt bedingungslos dem Primat der Politik. Es gab Vorschläge seitens der Umweltbehörden, daran wird nicht herumgekrittelt.“

Wenn es von dort also sinnvolle Vorschläge zur weiteren Verbesserung der Überwachung gebe, dann folge das Unternehmen dem auch über das Notwendige hinaus – schon um Vertrauen aufzubauen. Und Kocks weiter: „Nach wie vor ist das ein medizintechnischer Betrieb und keine kerntechnische Anlage.“

Die neue Landesregierung mit Umweltminister Stephan Wenzel (Grüne) stellte indes die Überwachung in Thune auf eine neue Stufe. „Die erweiterten Programme orientieren sich an der Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung kerntechnischer Anlagen.“

Erstmals wird am Standort Braunschweig die Neutronenortsdosis auch durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz überwacht.

Eckert & Ziegler und GE Healthcare, die in der Medizintechnik tätig sind und mit radioaktiven Stoffen umgehen, haben ihre bisherige Überwachung der Neutronenortsdosis von drei auf sechs Messpunkte erweitert.

Das Landesumweltministerium in einer Mitteilung: „Wie schon durch die beschlossene Verlagerung der Zuständigkeiten für diese Anlagen in das Umweltministerium wird durch die erweiterte Umgebungsüberwachung sichergestellt, dass der Schutz der Bevölkerung und der Umwelt vor ionisierender Strahlung noch besser gewährleistet ist.“

Um dies alles heute vorzustellen, versandte das Gewerbeaufsichtsamt eine Einladung mit folgendem Wortlaut:

„Die beiden Unternehmen Eckert & Ziegler Nuclitec GmbH und GE Healthcare Buchler GmbH und Co. KG sind seit vielen Jahren im Ortsteil Braunschweig-Thune angesiedelt. Beide Unternehmen gehen mit radioaktiven Stoffen um. Die dafür erforderlichen Genehmigungen liegen vor und verpflichten die Unternehmen, die erforderlichen Maßnahmen u.a. zum Schutz der Nachbarn zu treffen.

Eine dieser Maßnahmen ist die Erfassung der Direktstrahlung durch Photonen und Neutronen an der Grenze des Betriebsgeländes, um zu überprüfen, ob die gesetzlichen Grenzwerte für die Nachbarschaft eingehalten werden.

Die Weiterentwicklung der Standards für eine derartige Umgebungsüberwachung und auch die seit Jahren anhaltende öffentliche Diskussion über die Strahlenbelastung in der Nachbarschaft führten zu dem Schritt, die Umgebungsüberwachung zu überarbeiten. Darauf verständigten sich die Unternehmen, das Niedersächsische Umweltministerium und das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig. Seit Anfang dieses Jahres liegt der Umgebungsüberwachung ein aktualisiertes Konzept zugrunde.“

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