Hula - oder der Tanz des Lebens

Braunschweig  Ein Abend der wiegenden Hüften und der hawaiianischen Mythen.

Hawaii – einer der Sehnsuchtsorte dieser Welt. Nicht, wie wir wissen, für den Jazzer und Schlagersänger Paul Kuhn, der mit seinem Lied „Es gibt kein Bier auf Hawaii“ von einer Reise abriet. Aber die Bilder, auch die unserer Phantasie, sind mächtiger: Fotos von Südseeschönheiten, die am Pazifikstrand sich in den Hüften wiegen. Zu weit weg? Es gibt einen kürzeren Weg, den Freitag in die Brunsviga.

Hier führt die Choreografin Kea Schwarzfeld mit ihrer Gruppe ihr Stück „The power of hula“ auf. Eine Uraufführung. Getanzte Geschichten eines Mädchens bis zu ihrer Erfahrung der ersten Liebe.

Die Bewegungen sagen alles, da braucht man keine Worte. Hula im Baströckchen, eine Blume im Haar. Links gesteckt bedeutet sie: Bin schon vergeben, rechts gesteckt: Bin noch zu haben. Sollte man auch bei uns einführen, denkt man unwillkürlich.

Hula ist der hawaianische Tanz. Schon in den romantisch sehr empfänglichen Fünfzigern sang Peter Kraus einen Schlager, dessen Text praktisch nur aus zwei Wörtern bestand: aus Hula und Baby. Auf der Hula-Welle schwamm auch Elvis Presley mit seinem Film und gleichnamigen Song „Blue Hawaii“.

Hula ist Lebensfreude, ist die Kunst, die Mythen Hawaiis zu erzählen. Hula ist der Stolz über die eigene Anmut. Dazu die wimmernde Steel-Guitar. Man denke sich dazu den kitschigsten Sonnenuntergang. Und Aloha? Das ist der Gruß für den ganzen Tag. Aloha heißt auch „tschüss“ und fand desgleichen den Weg zum deutschen Schlager. Und „Hana aloha“ ist der Liebeszauber, der an diesem Freitag auch in der Brunsviga wirken soll.

Generalprobe. Alles gewürzt mit der Poesie Polynesiens, zu dessen Kulturraum Hawaii gehört. Eine Großmutter erzählt ihrer Enkeltochter etwas über das Leben, sagt: „Du neckst den Wind und lachst mit der Sonne.“ Die Oma sagt auch: „Aus dem Tanz mit dem Wind wird der Tanz der Herzen.“ Frei übersetzt: Von der pränatalen Unbeschwertheit bis zu den ersten Wonnen der Liebe.

HAWAII-TÄNZE

„The power of hula.“ Hawaiianisches Tanztheater. Ein Stück von Kea Martina Schwarzfeld. Freitag, 20. September, 19.30 Uhr, Brunsviga, Karlstraße 35. 15 Euro.

Diese weichen Bewegungen der Frauen! Kea Schwarzfeld: „Das ist doch was Anderes, als ewig die Ellenbogen hoch und sich durchboxen wollen.“

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