Rechtsextreme Kundgebung auf Europaplatz verlegt

Braunschweig  Die Stadt hat heute Abend die Kundgebung der Rechtsextremen vom Frankfurter Platz auf den Europaplatz verlegt. Dies sei in Absprache mit dem Veranstalter geschehen, so die Verwaltung.

Die Kundgebung der Rechten auf dem Frankfurter Platz hat die Stadtverwaltung verlegt.

Die Kundgebung der Rechten auf dem Frankfurter Platz hat die Stadtverwaltung verlegt.

Foto: Flentje

War es bislang die Innenstadt, in der Rechtsextreme zur Kundgebung aufriefen, so sollte es nun das dicht besiedelte Westliche Ringgebiet sein. Auslöser war eine Informationsveranstaltung des Bündnisses gegen Rechts. In der Awo-Begegnungsstätte an der Frankfurter Straße wird Donnerstag über zunehmende rechtsextreme Aktivitäten im Westlichen Ringgebiet informiert und diskutiert.

Der ursprüngliche Plan der Rechtsextremen war, nur rund 100 Meter weiter, auf dem Frankfurter Platz, gegen die Veranstaltung zu demonstrieren. Doch die Anmeldung einer Kundgebung war nicht möglich. Denn Michael Kleber, Regionsvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), hatte bereits eine Demonstration dort angemeldet. Der Veranstaltungsort reicht auf der Frankfurter Straße von der Awo-Begegnungsstätte bis Höhe Hugo-Luther-Straße. Der Frankfurter Platz liegt in diesem Bereich. Der Abstand schien der Stadt als zu gering.

Außerdem hatte der DGB die Demonstration bereits vier Tage früher angemeldet als die Rechtsextreme ihre Kundgebung. Der Platz gilt damit als besetzt. Kleber begrüßte die Verlegung der rechten Kundgebung, sagte aber auch: „Die Rechten wollen unsere Stadt. Aber sie kriegen sie nicht!“

Beim Bündnis gegen Rechts ist man von der rechten Kundgebung nicht vollkommen überrascht worden. Sprecher David Janzen verweist darauf: „Auch in Gifhorn hatte es kürzlich eine ähnliche Kundgebung gegeben.“ Janzen führt auch an: „Rechte Slogans wie ,Die Straße gehört uns‘ haben das befürchten lassen.“

Dass die Rechtsextremen im Westlichen Ringgebiet auftauchen, erklärt der Sprecher so: „Das Westliche Ringgebiet ist ein Stadtteil mit vielen alternativen Strukturen. Außerdem leben dort viele Ausländer und Zugewanderte.“

Auf rund 10.000 Handzetteln, so Janzen, habe das Bündnis im Westlichen Ringgebiet für ihre Informationsveranstaltung geworben. In einer Sitzung soll nun festgelegt werden, in welcher Form sie Donnerstag veranstaltet wird. „Sie findet auf jeden Fall statt.“ Das Ergebnis will das Bündnis morgen mitteilen.

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