Das Wunder von Braunschweig - die nächste Spende ist da

Braunschweig  Das Gewaltpräventionsprojekt an der Grund- und Hauptschule Sophienstraße wurde 2012 mit dem 2. Platz beim Gemeinsam-Preis für Ehrenamtliche geehrt.

Wolfgang Pein (links) und Michael Dörmann zeigen den Umschlag, die Kopie des BZ-Berichts und die Einzahlungsbestätigung über 2600 Euro.

Wolfgang Pein (links) und Michael Dörmann zeigen den Umschlag, die Kopie des BZ-Berichts und die Einzahlungsbestätigung über 2600 Euro.

Foto: Flentje

Das „Wunder von Braunschweig“ geht weiter. Der Wohltäter, der vor über einem Jahr begann, nach Artikeln in unserer Zeitung anonym Spenden in Kirchen und Briefkästen verschiedener Einrichtungen zu deponieren, hat erneut einen Umschlag mit einer großen Bargeldsumme in einem Briefkasten hinterlegt. Bedacht wurde diesmal das Schulprojekt „Gewaltlos stark sein“ an der Grund- und Hauptschule Sophienstraße.

„Die 2600 Euro sind ein wunderbarer Beitrag, der uns ein ganzes Stück weiterhilft“, sagt Wolfgang Pein. Der frühere Leiter der Schule Sophienstraße ist Initiator und Leiter des Gewaltpräventionsprojektes „Gewaltlos stark sein“. In verschiedenen Gruppen, bei Karate, Kung-Fu, Yoga, Trommeln, Schmuckbasteln und Kochen lernen Jugendliche, stark und sie selbst zu sein, ohne dafür Gewalt anzuwenden.

Das Projekt, das die Sozialkompetenztrainings anbietet, errang im vergangenen Jahr den 2. Platz beim Gemeinsam-Preis. Mit ihm ehrt unsere Zeitung in Zusammenarbeit mit dem Dom St. Blasii seit 2004 ehrenamtlich engagierte Menschen aus der Region. Die 2000 Euro Preisgeld halfen Wolfgang Pein und seinem Projekt aus einer finanziellen Notlage, denn der Tresor des Projektverein, in dem sich 2600 Euro befanden, war von bislang unbekannten Dieben aus der Schule Sophienstraße gestohlen worden.

„Das Preisgeld haben wir deswegen sofort dafür ausgegeben, um unsere Übungsleiter zu bezahlen“, berichtete Pein am vergangenen Samstag in einem Bericht unserer Zeitung. Und er hatte hinzugefügt, dass das Preisgeld nunmehr verbraucht sei, und es dem Verein an regelmäßigen größeren Spenden mangele, um weiterzumachen.

Dass das Projekt „Gewaltlos stark sein“ weiterläuft, ist aber ganz offensichtlich auch das Anliegen des anonymen Spenders. Denn dem Umschlag, in den er fünf 500-Euro-Scheine und einen 100-Euro-Schein steckte, fügte er nach bekanntem Muster auch eine Kopie des Samstag-Artikels der BZ bei.

Darauf hatte er Textpassagen markiert – so zum Beispiel ein Zitat Wolfgang Peins: „…weil wir nicht nur von den Schülern die Rückmeldung bekommen, dass ihnen die Gruppen ganz viel Spaß machten, sondern weil wir auch merken, dass die Teilnehmer weit weniger aggressiv miteinander umgehen als zuvor.“

Den Umschlag des Spenders hatte der Schulhausmeister zu Wochenbeginn der Schulsekretärin Heidi Baruschke mit der gesamten Post auf den Tisch gelegt. „Frau Baruschke war noch etwas erschrocken, als ich in die Schule kam und sie mir den Umschlag mit dem Geld gab“, berichtet Michael Dörmann, der stellvertretende Schulleiter der Grund- und Hauptschule Sophienstraße.

Dörmann verständigte Wolfgang Pein, der den Umschlag dann hocherfreut entgegennahm. Mit dem Geld, das Pein inzwischen auf das Konto des Projektvereins eingezahlt hat, werden die Übungsleiter der Gruppen bezahlt. Bis Ende des beginnenden Schulhalbjahres ist „Gewaltlos stark sein“ nun gesichert. „Wir werden das Sozialkompetenztraining für die 5. und 6. Klassen jetzt wieder in den Stundenplan einbauen“, betonte Michael Dörmann.

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