Tom Bennecke – Urgestein der Braunschweiger Musikszene

Braunschweig  Der 53-jährige Gitarrist ist Gründungsmitglied der Jazzkantine, wandelt aber ab und an auch mal auf Abwegen. Am Samstag spielt er im Sukiyaki.

Gitarrist Tom Bennecke probiert sich auch abseits der Jazzkantine aus.

Gitarrist Tom Bennecke probiert sich auch abseits der Jazzkantine aus.

Foto: Rudolf Flentje

Dieser Mann gehört zur Braunschweiger Musikszene wie der Löwe auf den Burgplatz. Tom Bennecke, der Mann mit dem langen Zopf, ist von ebensolcher Beständigkeit. Ein Urgestein, das irgendwie schon immer da war. Die meisten kennen ihn als Gitarristen der Jazzkantine, doch manchmal ist der 53-Jährige auch solo unterwegs. Oder er geht fremd. Mit anderen Musikern. Wie am kommenden Samstag. Da spielt er mit Freunden im Sukiyaki.

„Ja, ich bin ein Musik-Maniac“, meint Bennecke verschmitzt. Kein Fitness-Studio, kein Schachverein, keine Hobbys nebenbei. Musik total. Da gibt es keine Ermüdungserscheinungen. Vielmehr eine Leidenschaft, die ihren Reiz offenkundig nie verliert. Schließlich sind noch so viele Möglichkeiten zu entdecken. „Ich mag es, immer neue Dinge zu erarbeiten, und liebe es, mich beim Improvisieren selbst überraschen zu können“, sagt er.

Die Gitarre ist sein täglicher Begleiter. Denn auch, wer so lange im Geschäft ist, muss üben. Selbst simple Tonleitern. „Man merkt das Alter auch in den Händen“, meint Bennecke grinsend. Und wer wenigstens zwei Stunden ordentlich durchrocken wolle, müsse halt auch etwas für die Fingerfitness tun. „Mir macht es Spaß, mich solchen Herausforderungen zu stellen“, sagt er. Mit seiner Lebensgefährtin Catrin Groth, Sängerin und Saxofonistin aus Dortmund, tüftelt Bennecke gerade ein neues Projekt aus. Deutschsprachige Lieder, zusammengesammelt aus 100 Jahren Musikgeschichte. Von Marlene Dietrich bis Rio Reiser. Neu und jazzig aufbereitet. Im Sukiyaki soll es schon einen kleinen Vorgeschmack geben.

Viel Spaß hat Bennecke aber auch als Lehrer. Vor kurzem hat er ein Bandprojekt an der Musischen Akademie übernommen. „Das Casting dazu hat eine Reihe vielversprechender Nachwuchstalente ans Licht gebracht“, erzählt er. Sein Auftrag: die Gruppe bühnentauglich zu machen. „Im Jugendbereich hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Viele Eltern unterstützen ihre Kinder und finanzieren ihnen Unterricht.“ Nach dem Hip-Hop-Boom seien inzwischen auch wieder Instrumente wie Gitarre und Schlagzeug gefragt.

Einstieg als Kind mit

einem Cello

Bennecke selbst hatte seinen Einstieg in Kindertagen mit einem Cello. „Aber als Pubertierender fand ich das dermaßen unsexy, dass ich mich nach einem neuen Instrument umgesehen habe“, sagt er lachend. Auch wenn er dem Cello heute deutlich mehr Sex-Appeal zuspricht, hat er seine Entscheidung für die Gitarre nie bereut. „Sehr praktisch: lässt sich überall mit hinnehmen.“

Tom Bennecke wirkt sehr entspannt und bescheiden. Keine Rampensau-Tendenzen? „Nun“, meint er amüsiert, „das ist nicht gerade einer meiner herausstechenden Charakterzüge.“ Aber im Dienst der Sache müsse man schon mal bereit sein, sich in den Mittelpunkt zu schieben. „Beim Musikmachen schätze ich am meisten, diese Sache mit anderen Menschen teilen und genießen zu können. Darauf kommt’s mir an!“

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