Eckert & Ziegler: Strahlung geringer als im Thüringer Wald

Braunschweig  Nach dem Leserforum „Atommüll in Thune?!“ setzen wir den Abdruck der Antworten auf Leserfragen fort. Heute Antworten der Firma Eckert & Ziegler.

Das Firmengelände von Eckert & Ziegler in Thune.

Das Firmengelände von Eckert & Ziegler in Thune.

Foto: Flentje

Die Antworten erreichten uns schriftlich vom Vorstandschef Andreas Eckert.

Frage: Die Offenlegung des Inventars auf Ihrem Gelände würde nach Ihrer Darstellung schützenswerte Geschäftsgeheimnisse der Konkurrenz zugänglich machen und Ihnen unzumutbaren Schaden zufügen. Wodurch würde welcher Schaden entstehen, wie groß könnte er sein, und gibt es Möglichkeiten, die im Falle einer Offenlegung den Schaden vermeiden oder auf ein erträgliches Maß beschränken könnten?

Antwort: Eckert & Ziegler hat sich bei der Anhörung im Rahmen eines Auskunftsverlangens nach den Bestimmungen des Umweltinformationsgesetzes auf das Bestehen von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen in Bezug auf bestimmte Nuklide berufen und das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig aufgefordert, die Herausgabe von Detailinformationen zu verweigern.

Bei vielen Radioisotopen gibt es weltweit nur zwei in Frage kommende Lieferanten. Wenn einer davon im Internet unseren Lagerbestand verfolgt, kann er sich genau ausrechnen, wie wichtig wir für ihn sind, wie viel sein Konkurrent geliefert hat, und wann wir wieder Material brauchen. Diese Information kann dann bei der Preisgestaltung gegen uns verwendet werden.

Für die Beurteilung des Gefährdungspotenzials ist andererseits die genaue Kenntnis der Bestandsdaten jeden Nuklids überhaupt nicht nötig. Wir haben insofern angeboten, die Bestandsdaten der betroffenen Nuklide zusammengefasst und unter Angabe von Strahlenarten herauszugeben. Wir vermuten, dass es weniger um mehr „Transparenz“ geht, als darum, eine überlebte Debatte weiter am Leben zu halten.

Frage: Was muss passieren, damit Sie die Gefährlichkeit aller in ihrem Betrieb gelagerten radioaktiven Stoffe zugeben und offenlegen?

Antwort: Eckert & Ziegler verfügt in Thune im Rahmen der Genehmigungen über alle sachlichen und personellen Voraussetzungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit radioaktiven Stoffen. Entsprechend hat es seit dem Bestehen des Betriebes in Thune keine Vorkommnisse gegeben, die zu Gefährdungen von Menschen geführt hätten. Die Strahlenexposition des Betriebes bewegt sich im Bereich der natürlichen Radioaktivität und ist damit sogar weit geringer als die Exposition durch natürliche Strahlung in bestimmten Regionen wie dem Thüringer Wald.

Wird fortgesetzt.

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