Rund 800 Demonstranten zeigten Flagge gegen Neonazis

Braunschweig  Gegen die NPD-Kundgebung auf dem Burgplatz haben am Donnerstag laut Polizei 800 Demonstranten protestiert, 20 Neonazis waren vor Ort. Es kam zu leichten Tumulten.

Ansonsten blieb der Protest friedlich. „Wider Erwarten blieb es verhältnismäßig ruhig“, sagte der Einsatzleiter der Polizei, Lutz Käune, am Nachmittag. Lediglich in dem Moment, als der LKW mit den knapp 20 Teilnehmern der NPD am Rathaus vorbei Richtung Burgplatz fuhr, sei die Stimmung aggressiv gewesen.

Eier, Tomaten und Toilettenpapierrollen flogen gen LKW, die Pferde der berittenen Polizei wurden nervös, es kam zu Schubsereien, ein Demonstrant warf sich vor den LKW und musste von den Beamten weggezogen werden.

Bereits um 10 Uhr hatte die Polizei damit begonnen, den Burgplatz mit Absperrgittern abzusichern – da war die endgültige Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg, auf welchem Platz die NPD ihre Kundgebung abhalten darf, noch gar nicht gefallen. Erst gegen 11.30 Uhr bestätigten die Richter, was das Verwaltungsgericht Braunschweig am Vorabend in einem Eilverfahren entschieden hatten: Die NPD durfte für eine Stunde auf die Nordost-Seite des Burgplatzes stehen, allerdings nicht während der Mittagsandacht im Dom. Die Beschwerde der Stadt wurde abgelehnt.

Unter den Gegendemonstranten, die sich unter anderem am Europaplatz, auf dem Kohlmarkt und am Hagenmarkt eingefunden hatten, sprach sich diese Nachricht rasch herum – aus allen Richtungen strömten sie zum Burgplatz. Als die Kundgebung der NPD zu Füßen des Burglöwen begann, sorgten die vielen Gegendemonstranten mit grellen Pfiffen, Trillerpfeifen, Sprechchören und Trommeln dafür, dass jenseits der Absperrgitter nicht viel zu hören war von den Megafon-Reden der Rechtsextremen zur Eurokrise.

Die 12-Uhr-Andacht im Dom war da längst vorbei, die Gottesdienstbesucher blieben unbehelligt.

Gegen 14 Uhr rollten die Rechtsextremen ihre Fahnen ein, stiegen wieder in den LKW und verließen Braunschweig, verfolgt von Beschimpfungen und Mittelfinger-Gesten der Demonstranten.

Wenige Minuten später war der Spuk vorbei - nur noch die zahlreichen Pferdeäpfel der Polizeipferde vorm Rathaus und rund um den Burgplatz erinnerten an die Ereignisse der letzten Stunden.

Den Kommentar von Jörg Fiene zur NPD-Kundgebung lesen Sie hier.

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