Letzte Quelle mit Plutonium aus Thune abtransportiert

Braunschweig  Das Umweltministerium meldet einen Transport in der Nacht zum Mittwoch. Die Bürgerinitiative klagt: Noch immer kennen wir das Inventar auf dem Firmengelände nicht.

Blick auf das Gelände von Eckert & Ziegler in Thune.

Blick auf das Gelände von Eckert & Ziegler in Thune.

Foto: Rudolf Flentje

„Bei der Firma Eckert & Ziegler Nuclitec in Braunschweig lagert keine Plutonium-Beryllium-Quelle mehr“, meldete gestern das Umweltministerium in Hannover.

Das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig bestätigte unserer Zeitung: Bereits in der vergangenen Woche wurde die letzte von ursprünglich 48 Strahlenquellen unter Aufsicht in zugelassene Behälter verpackt und für den Transport vorbereitet.

In der Nacht zum Mittwoch sei die Strahlenquelle in Spezialcontainern zum Hafen von Nordenham gebracht worden, so das Umweltministerium. Ein Spezialschiff transportiere sie in die USA. Dorthin waren die übrigen 47 Quellen bereits 2010 verschifft worden.

Sie stammten aus der ehemaligen DDR, wo sie u.a. zur Messung in Baumaterialien dienten. Die Aktion erfolge mit Zustimmung der US-Behörden sowie von Bund und Land im Rahmen eines weltweiten Rückführungsprogramms für Plutonium. Nach dem Atomausstieg, so das Umweltministerium, bestehe hierzulande „kein öffentliches Interesse zur Aufbewahrung und Verwendung von Plutonium“.

Die Bekanntgabe des zuvor verschwiegenen Vorhandenseins der Plutonium-Beryllium-Quellen in Thune hatte in Braunschweig eine lebhafte Diskussion ausgelöst.

„Auch jetzt wissen wir noch nicht, was sich auf dem Firmengelände befindet. Wir haben keine Inventarlisten bekommen, wir kennen die Gesamtaktivität nicht“, sagte Dr. Thomas Huk von der Bürgerinitiative Strahlenschutz BISS in Thune am Donnerstag unserer Zeitung.

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