Noch eine weitere Ausnahme in Thune?

Braunschweig  Bezirksbürgermeister Kroll: Unternehmen will Bürocontainer aufstellen lassen – Unternehmenssprecherin: Noch nicht entschieden

Über die Unternehmen des Industriegebiets Thune, hier von der Kanalbrücke aus aufgenommen, ist eine Veränderungssperre verhängt worden.

Über die Unternehmen des Industriegebiets Thune, hier von der Kanalbrücke aus aufgenommen, ist eine Veränderungssperre verhängt worden.

Foto: Noske

Der Streit um Eckert & Ziegler geht weiter und nimmt an Heftigkeit zu. Grund: Auch Eckert & Ziegler will offenbar eine Ausnahmegenehmigung von der Veränderungssperre im Industriegebiet Thune beantragen. Die zweijährige Veränderungssperre war verhängt worden, um Zeit zu gewinnen, einen neuen Bebauungsplan im Industriegebiet Thune aufstellen zu können.

Über den Bebauungsplan soll verhindert werden, dass Thune zur Drehscheibe für Atommüll wird. Denn das Unternehmen Eckert & Ziegler, das auf Entsorgung spezialisiert ist, will das Geschäft mit radioaktiven Abfällen ausbauen.

Zum Ärger der Bürgerinitative Strahlenschutz (BISS) hatte der Bezirksrat einer Ausnahmegenehmigung für den Nachbarn von Eckert & Ziegler, GE Healthcare, für einen Büro-Anbau zugestimmt. Die Bürgerinitiative sprach davon, der Bezirksrat sei „umgefallen“.

Bezirksbürgermeister Hartmut Kroll bestätigte jetzt, dass das Eckert-&-Ziegler-Management während einer Betriebsbesichtigung dem Bezirksrat mitgeteilt habe, es sei beabsichtigt, ebenfalls eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen, um Bürocontainer aufstellen zu lassen.

Kroll: „Ganz ehrlich: Mir schwoll der Hals. Denn das ist genau das, was wir nicht wollen. Bereits der Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung ist Wasser auf die Mühlen der BIBS.“ Kroll verteidigt die Zustimmung zur Ausnahmegenehmigung: „Was uns alle eint ist das Ziel, Abfall-Verarbeitung in Thune nicht zuzulassen.“ Über den Weg werde gestritten.

Kroll: „Wenn wir solchen Ausnahmegenehmigungen nicht zustimmen, besteht die Gefahr, dass dies vor Gericht überprüft wird. Und wenn der Eindruck entsteht, in Thune würde eine Verhinderungspolitik betrieben, dann wird die Veränderungssperre aufgehoben.“ Dann hätte man das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.

Auf Anfrage teilte uns eine Sprecherin von Eckert & Ziegler mit: „Die Ihnen zugetragene Bemerkung bezog sich auf unkontroverse Bürocontainer, für die wir perspektivisch eventuell einen Antrag stellen. Wir haben den Besuch des Bezirksrats genutzt, um die Mitglieder auf diese Möglichkeit vorzubereiten (so dass sie es nicht aus zweiter Hand oder verfälscht erfahren müssen). Im Moment ist aber nichts entschieden.“

Reden Sie mit: Sollte die Stadt kleinere Ausnahmen von der Veränderungssperre zulassen?

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