Arbeiten im Eintracht-Stadion hinter dem Zeitplan

Braunschweig  Bauverzögerungen: Die Arbeiten für den Bau der neuen Haupttribüne im Eintracht-Stadion hinken dem Zeitplan ein Vierteljahr hinterher.

Die Rampe ist abgerissen, doch die Arbeiten an der neuen Haupttribüne im Eintracht-Stadion sind deutlich hinter dem Plan.

Die Rampe ist abgerissen, doch die Arbeiten an der neuen Haupttribüne im Eintracht-Stadion sind deutlich hinter dem Plan.

Foto: Rudolf Flentje

Entsprechende Informationen unserer Zeitung hat die Stadtverwaltung bestätigt. Ob die Tribüne später eröffnet wird als geplant, ist noch nicht absehbar.

„Es ist richtig, dass wir derzeit nicht im Zeitplan liegen“, sagt Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer. Seiner Darstellung zufolge war in den ursprünglichen Planungen vergessen worden zu berücksichtigen, dass die Ingenieurs-Leistungen in einem Vergabeverfahren öffentlich ausgeschrieben werden müssen.

Das musste nachgeholt werden, um den Rechtsweg einzuhalten. Dadurch kam es zu Verzögerungen. Die Rohbauarbeiten konnten erst im Februar dieses Jahres und nicht – wie vorgesehen – im November vergangenen Jahres beginnen. Leuer: „Aus diesem Grund hat sich ein Zeitverzug von etwa drei Monaten ergeben.“

Kann dieser Zeitverzug aufgeholt werden und der Eröffnungstermin der Tribüne mit dem Start der Spielzeit 2013/2014 im Sommer nächsten Jahres gehalten werden? „Unser Ziel ist es selbstverständlich, verlorene Zeit wieder gutzumachen. Das wird vermutlich aber nicht vollständig gelingen“, räumt der Stadtbaurat ein. Er betont aber auch: „Auf alle Fälle sollen zum Saisonbeginn 2013/14 alle Sitzplätze und Logen zur Verfügung stehen.“

Fraglich ist darüber hinaus, ob der vorgesehene Kostenrahmen für den Bau der neuen Haupttribüne eingehalten werden kann. Genehmigt ist, dass die Stadt 14,5 Millionen Euro investiert. Über diese Verwendung von Steuergeldern hatten die Braunschweiger Anfang vergangenen Jahres in der ersten Bürgerbefragung in der Geschichte der Stadt abgestimmt. Der Rat hat dieses Bürgervotum anschließend bestätigt, die Verwaltung setzt es um. Grundlage für die Entscheidung der Bürger und der Lokalpolitiker waren die damals gültigen Baupläne samt Kostenrechnung. Ob es bei den 14,5 Millionen Euro bleibt oder die Stadt aufgrund der neuen Ausschreibung möglicherweise noch einmal Geld in die Hand nehmen muss, wird Leuers Aussage zufolge „derzeit intensiv geprüft“. Eine Mitteilung an die politischen Gremien erfolge noch in dieser Woche, kündigte der Stadtbaurat an. Die nächste Sitzung des Bauausschusses ist für den 24. April angesetzt.

Aufregung um den Bau der neuen Haupttribüne im Eintracht-Stadion hatte es bereits Ende vergangenen Jahres gegeben. Damals war bekanntgeworden, dass die vom Rat der Stadt als Projektsteuerer eingesetzte Stadthallen-GmbH auf Wunsch von Eintracht die Zahl der Business-Plätze von 1000 auf 1100 erhöht hatte. Der Rat war nicht gefragt worden, was zwingend erforderlich gewesen wäre bei einem Bauvorhaben, das aus Steuergeldern finanziert und das Gegenstand einer Bürgerbefragung war.

Eintracht erklärte sich daraufhin nach einem Gespräch mit Finanz- und Sportdezernent Ulrich Stegemann bereit, die Mehrkosten von etwa 440 000 Euro für die zusätzlichen Business-Plätze zu tragen.

Eine weitere Folge dieser Panne: Neue Projektsteuerer sind seit März auf Vorschlag der Verwaltung und nach Beschluss des Rates die städtische Bauverwaltung und ein privates Unternehmen.

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