Brunsviga mal klassisch: mit Anna Amalia 

Ausstellung als Reverenz an eine Braunschweiger Prinzessin, die einst in Weimar die Dichter um sich scharte

Monatelang hatte Ralf Maerker neben seiner Ehefrau Anke nur noch eine Frau im Kopf: Anna Amalia. Ihr, der Prinzessin von Braunschweig-Wolfenbüttel und späteren Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, widmet er in der Brunsviga eine Ausstellung. Erinnerungen an eine bemerkenswerte Dame, die vor 200 Jahren starb.

Ralf Maerker ist Koch in der Brunsviga und daneben ein ausgesprochen kulturgeschichtlich interessierter Mensch. Seine bisherigen Ausstellungen in der Brunsviga und anderswo widmete er unter anderem den Beatles, den Rolling Stones und dem Fahrzeug-Pionier Heinrich Büssing. Im Altenheim an der Korfestraße zeigte er "Omas Idole", Filmplakate aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Nun also Anna Amalia, die am 24. Oktober 1739 als fünftes von dreizehn Kindern des Herzogpaares Philippine Charlotte und Carl I. im Wolfenbütteler Schloss geboren wurde.

Die Eröffnungsrede zu "Anna Amalia – Wegbereiterin der Weimarer Klassik" schrieb Karla Götz, viele Jahre Redakteurin unserer Zeitung und mittlerweile Pressereferentin der Senatorin für Bildung und Wissenschaft in Bremen. Sie servierte Weimar quasi als temporeiche Revue. Anna Amalia habe sich 1772 für ihren Sohn Carl August einen Promi als Lehrer an den Weimarer Hof geholt: Christoph Martin Wieland. Götz: "Anna Amalia, beherzte alleinerziehende Mutter, löste mit dieser Anstellung eine Kettenreaktion aus: Goethe kam, Herder kam, Schiller kam. Sie versammelte alle Geistesgrößen am runden Tisch in ihrem Wittumspalais in Weimar. Die Klassik war geboren."

Maerker hat die Weimarer Klassik und ihre Zeit auch in ihren modischen Aufgesetztheiten arrangiert. Da kann er auf originelle Leihgaben zurückgreifen. Die Schiffsbedeckung der Dame im Foto links hat er vom Theater in Hildesheim. Mit dieser Ausstellung ist Maerker eine Rückblende gelungen, die man wie einen Kostümfilm genießen kann.

Die Ausstellung "Anna Amalia" ist noch bis zum 28. Oktober einschließlich in der Brunsviga zu sehen.

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