"Stolpersteine" mit den Namen jüdischer Opfer

Aktion des Kölner Künstlers Gunter Demnig wird in Braunschweig fortgesetzt

Die "Stolpersteine" entreißen das Opfer der Vergessenheit. 

Die "Stolpersteine" entreißen das Opfer der Vergessenheit. 

Der Kölner Künstler Gunter Demnig wird seine "Stolpersteine", die an jüdische Opfer des Nationalsozialismus erinnern, am 9. März auch in Braunschweig verlegen, und zwar auf dem Kohlmarkt, an der Steinstraße und auf dem Altstadtmarkt.

Die "Stolpersteine" muss man sich so vorstellen: Eine Messinghaube in den Abmessungen 10 mal 10 Zentimeter wird über einen Pflasterstein gestülpt.

In Braunschweig hat sich inzwischen der Verein "Stolpersteine für Braunschweig" gebildet. Beteiligte Institutionen sind die Deutsch-Israelische Gesellschaft, die Evangelische Erwachsenenbildung, die evangelische Propstei, das Friedenszentrum, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und die Jüdische Gemeinde. Oberbürgermeister Gert Hoffmann hat die Schirmherrschaft übernommen.

Das Braunschweiger Projekt wurde gestern im Jüdischen Gemeindehaus vorgestellt. Renate Wagner-Redding, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, setzt sich für das Projekt ein. Allerdings, wie sie weiß, werde die Verlegung solcher "Stolpersteine" anderswo nicht von allen jüdischen Bürgern begrüßt. Hauptargument der Gegner: Das Andenken der jüdischen Opfer werde buchstäblich mit Füßen getreten.

Gunter Demnig: "Ein Mensch ist erst dann vergessen, wenn sein Name vergessen ist." In diesem Sinne wirken die "Stolpersteine", die ein paar Millimeter aus dem Pflaster herausragen, gegen das Vergessen.

Auch in Braunschweig gibt es den Ehrgeiz, mehr als nur die Namen jüdischer Opfer herauszufinden. Die Lehrerinnen Rita Weiler (Christophorusschule) und Eva-Maria Ahlers-Görlach (Realschule Maschstraße) wollen mit ihren Schülern zu den Namen die Biographien recherchieren, was 61 Jahre nach dem Krieg auf praktische Schwierigkeiten stößt. Das Ergebnis dieser Schülerprojekte wird am 8. März um 19.30 Uhr im Städtischen Museum der Öffentlichkeit vorgestellt. Dann wird auch der geistige Vater der "Stolpersteine" dabei sein: der Künstler Gunter Demnig. Seine Idee ist in 97 Städten aufgegriffen worden. Rund 6000 "Stolpersteine" sind bisher verlegt worden. Der "Verein "Stolpersteine für Braunschweig" kümmert sich um die Finanzierung des Projekts. Er will Bürger und Firmen ermutigen, Patenschaften für "Stolpersteine" zu übernehmen oder für "Stolpersteine" im Braunschweiger Stadtgebiet zu spenden.

Überweisungen an: Gesellschaft für Christlich Jüdische Zusammenarbeit, Nord/LB, Konto 70 30 802, Bankleitzahl 250 500 00, "Stolpersteine".

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