Glänzende Erscheinung am Kalenwall

Architekten Stefan Friedrichs und Nicolai Thiele schlagen Bunker Kalenwall als Haus der Wissenschaft vor

Aus dem Bunker Kalenwall soll das Haus der Wissenschaft werden – mit Glaskubus.    

Aus dem Bunker Kalenwall soll das Haus der Wissenschaft werden – mit Glaskubus.    

Foto: Illustration: Friedrich

Wo entsteht das Haus der Wissenschaft? Dieses Haus soll Schaufenster sein für die Spitzenforschung in der Wissenschaftsstadt 2007. Stefan Friedrichs und Nicolai Thiele (ft+architekten) schlagen den Umbau des Bunkers am Kalenwall vor.

Der Bau soll durch einen aufgesetzten Lichtkubus zur glänzenden Erscheinung werden. Bekannt ist, dass die Besitzer des Bunkers, ein Ehepaar aus Frankfurt, diesen verkaufen wollen. Die Blütezeiten des Bunkers als Vergnügungsstätte sind ohnehin vorbei. Schön sind nur noch die Erinnerungen an das erste Kino (Lido), an das Lichtspieltheater Broadway und an das Lokal "Liro Dando". Es gibt auch weniger schöne Erinnerungen. Kurz nach dem Krieg war der Bunker "Entlausungszentrale Braunschweig".

Zurzeit macht das Gebäude einen heruntergekommenen Eindruck. Aber das soll sich nach Vorstellung von Friedrichs und Thiele entschieden ändern. Signalwirkung soll insbesondere vom Kubus ausgehen, der als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum über dem Bunker zu schweben scheint.

Schräg gegenüber: Ottmers Bahnhofsbau, abends und nachts effektvoll beleuchtet. Am Kalenwall führt die Oker vorbei, die an dieser Stelle kaum erlebbar ist. Immerhin könnte man das Haus der Wissenschaft über einen eigenen Bootsanleger auf dem Wasserwege erreichen.

Nach Vorschlag der Architekten soll nicht nur durch das Haus der Wissenschaft die Okerumflut als "Linie des Wissens" definiert werden. An der Oker oder unweit davon liegen das Georg-Eckert-Institut für Schulbuchforschung, Salve Hospes mit dem Kunstverein, das Städtische Museum, das Herzog-Anton-Ulrich-Museum, das Museum für Photographie, das Theater und diverse Einrichtungen der Technischen Universität. Am Gaußberg, einige Meter abseits von der Oker, steht das Denkmal des klügsten Menschen, der je in Braunschweig das Licht der Welt erblickte: das von Carl Friedrich Gauß.

Der Bunker und sein Umfeld: Die gesplittete Südtangente, die die Nord-LB gleichsam zu einer Zitadelle des Finanzwesens macht, und der Europaplatz gehören nicht zu den Glanzleistungen der Stadtplanung. Und die Parkplätze für das Haus der Wissenschaft? Da wäre auf der Rückseite des Bunkers Platz. Mit der Aussicht, das Haus von der Südstraße zugänglich zu machen.

In seiner Illustration lässt Stefan Friedrich Menschen flanieren. Menschen, die neugierig sind auf die Wissensstadt Braunschweig.

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