Wähler zeigten auch in diesem Jahr wenig Interesse an der Europawahl

42,2 Prozent der Wahlberechtigten gaben am Sonntag ihre Stimme ab – CDU und SPD verlieren Stimmen

Wahlhelferin Stiliani Sidiropoulou aus Griechenland.   

Wahlhelferin Stiliani Sidiropoulou aus Griechenland.   

Foto: Rudolf Flentje

Die Wahlbeteiligung lag mit 42,2 Prozent um 0,5 Prozent höher als bei der Europawahl 2004, als 41,7 Prozent der Braunschweiger Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben. Das war die geringste Wahlbeteiligung in dieser Stadt überhaupt.

Zu den Gewinnern der Wahl in Braunschweig gehören die FDP, die Grünen und die Linke (siehe Grafik). Die CDU bleibt zwar mit 32,9 Prozent stärkste Kraft, muss aber wie die SPD Stimmverluste hinnehmen. Dabei sackt die SPD in Braunschweig auf ein Nachkriegs-Tief von 26,9 Prozent.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete und -Unterbezirksvorsitzende Carola Reimann meinte enttäuscht: "Wir liegen in Braunschweig über dem Bundesergebnis der SPD, aber der Trend der Bundespartei ist auch an uns nicht vorübergegangen. Die Wahlbeteiligung finde ich sehr bedauerlich. Es ist uns nicht gelungen, die Wichtigkeit der EU den Bürgern nahe zu bringen."

Ihr CDU-Bundestagskollege Carsten Müller sagte zum Braunschweiger Europawahl-Ergebnis: "Der Abstand zwischen CDU und SPD ist unerwartet groß. Die SPD hat überdurchschnittlich stark Stimmen verloren. Das ist ein Fingerzeig, nach wie vor ist die CDU die stärkste politische Kraft. Das Ergebnis ist aber so, dass sich kein Grund zur Selbstzufriedenheit."

Christa Karras, Vorsitzende der Braunschweiger Grünen meint: "Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Vor allem im östlichen Ringgebiet konnten wir unseren Stimmenanteil ausbauen. Rund um den Flugplatz haben wir unser Ergebnis überdurchschnittlich verbessern können."

Oberbürgermeister Gert Hoffmann resümiert: "Die Wahlbeteiligung ist natürlich auch in Braunschweig enttäuschend und dem wichtigen Thema Europa nicht angemessen. Wir müssen in den nächsten Jahren alle gemeinsam mehr herausarbeiten, welche Bedeutung Europa für uns praktisch hat – zum Beispiel der Ausbau des Forschungsflughafens wäre ohne EU-Mittel nicht möglich. Im Übrigen danke ich aber den über 1600 Bürgerinnen und Bürgern, die als ehrenamtliche Wahlhelfer dafür gesorgt haben, dass die Wahl überhaupt so durchgeführt werden konnte, und die im September schon wieder ran müssen." Die Wahl verlief problemlos. Stadtsprecher Jürgen Sperber: "Keine Vorfälle."

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