1000. Löwenmaul von Gerd Biegel

Kolumnen zur Braunschweigischen Geschichte erzählen selten Glanzvolles und meistens Menschliches

Löwenmaul-Autor Gerd Biegel an seinem Arbeitsplatz in seinem Braunschweig-Zimmer.    

Löwenmaul-Autor Gerd Biegel an seinem Arbeitsplatz in seinem Braunschweig-Zimmer.    

Foto: privat

Gerd Biegel hat ganz langen Atem bewiesen. Nebenstehend erscheint heute die 1000. Folge seiner Kolumne "Löwenmaul" in unserer Zeitung. Wie nahezu alle anderen hat er diese auch mitten in der Nacht geschrieben.

So ist er eben der wohl profundeste Kenner des Braunschweiger Landes. Seit mehr als drei Jahren erfreut der Professor unsere Leser mit seinen Abenteuern Heimatgeschichte. Biegel erzählt dabei meist nicht von den glanzvollen Zeiten der Herzöge, sondern eher von kleineren Alltagsbetrachtungen - manche nett, manche keck, manche gruselig, manche lehrreich.

Löwenmäuler sind für Biegel keine Pflicht oder gar Qual. "Ich suche nicht gezielt nach Themen für die Kolumne. Sie fallen eher ab bei der Lektüre, beim Ausarbeiten von Vorträgen oder Quellenstudien. Es sind zumeist Randaspekte, die ich notiere, später aufgreife und dann recherchiere", erzählt Professor Biegel von seiner Herangehensweise.

Seine Manuskripte schreibt er übrigens wie eh und je mit Füllfederhalter. Seine Frau Irmela liest Korrektur und tippt die Sätze dann in den Computer. Ausgangspunkt der "Löwenmäuler" waren Aushänge im Antiquariat im Hopfengarten, das seiner Frau und ihm gehört. Chefredakteur Paul-Josef Raue animierte Biegel während einer Begegnung daraus doch eine Kolumne zu machen.

Das daraus einer Dauerbrenner für den Lokalteil werden sollte, ahnte niemand. "Zwei Minuten Stadtgeschichte" heißen die Ursprünge der Löwenmaul-Kolumne.

"Ich bin überzeugt, dass die Leser dieser Braunschweiger Geschichte und Geschichten in verträglichen Dosen gerne konsumieren. Das zeigen mir jedenfalls die Reaktionen", weiß er, dass die Kolumnen keine vergebliche Liebesmüh' sind.

Oft rufen ihn Leser an, geben sogar Tipps für neue Löwenmäuler. Manches Mal gibt es auch Kritik. "Löwenmäuler sind keine Arbeit in der stillen Kammer", freut sich Biegel über die Kommunikation.

Und das wird auch nach der 1000. Folge so weiter gehen. Denn Biegels Fundus ist, wie er sagt,
ohnehin gefühlt unerschöpflich.
22 Jahre lang war er Direktor des Braunschweigischen Landesmuseums. Mittlerweile ist er Direktor des im Aufbau befindlichen Instituts für Braunschweigische Regionalgeschichte der Technischen Universität (TU) Braunschweig.

Seine Popularität in Braunschweig, ohnehin schon ausgeprägt durch seine so genannten Donnerstag-Vorträge, die er im Landesmuseum einst begann und jetzt im Institut für Regionalgeschichte fortsetzt, hat durch die "Löwenmäuler" weiter zugenommen. Häufiger als er war niemand in den vergangenen drei Jahren im Blatt. In der ganzen Zeit ist nur ein einziges Mal ein "Löwenmaul" ausgefallen. "Das war nach der Bundestagswahl 2005", erinnert sich der Autor. Er weiß, dass seiner Kolumne am 28. September gleiches blüht. Biegel nimmt es gelassen.

Und uns von der Redaktion bleibt nur eins zu sagen: Danke, auch im Namen unserer Leser.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder