Ein Deich gegen Wasserflut

Zahlreiche Querumer haben Angst vor der nächsten Überschwemmung

Die Querumer haben Angst vor dem nächsten Hochwasser. Wochenlang hatte es genau vor einem Jahr geregnet. Flüsse liefen über, Landstriche waren überschwemmt, Wohnhäuser standen unter Wasser. Anwohner fordern jetzt von der Stadt, umgestürzte Bäume und Äste aus der Schunter zu holen. Herbert Helms aus dem Wöhrdenweg hat sogar einen Deich um sein Grundstück gezogen.

"Unser Haus stand im Sommer vorigen Jahres und im Januar dieses Jahres unter Wasser", erinnert sich Brigitte Helms. "Wir waren verzweifelt. Noch immer sind nicht alle Schäden behoben."

Viel Aufwand

Auch wenn die Schunter zurzeit extrem wenig Wasser führt, haben die Eheleute und ihre Kinder für das nächste Hochwasser mit viel Aufwand vorgesorgt.

Monatelang rollten mit Lehm-Tom-Gemisch vollgepackte Lastwagen vor Helms’ Grundstückseinfahrt, kippten ihre tonnenschwere Fracht ab. 80 Ladungen Deichbaumaterial wurden herangefahren.

Mit Spaten zogen die Helms, Sohn Marc und Schwiegertochter Jessica das schwere Bodengemisch auseinander, schaufelten es zu einem rund 200 Meter langen Wall auf. Anschließend modellierten sie ihn zu einem Deich und schütteten Mutterboden darüber. "Jetzt werden wir unseren Deich noch begrünen, und dann brauchen wir uns wegen Hochwasser keine Sorgen mehr zu machen", ist Brigitte Helms voller Hoffnung.

Kritik an der Stadtverwaltung übt der Querumer Heinz Scheller. "In der Schunter liegen mehrere Bäume quer zur Fließrichtung", bemängelt er. Darüber hinaus beeinträchtigten dicke Äste den Abfluss des Schunterwassers in Richtung Überschwemmungsgebiet.

Auch seien beide Brücken im Bereich der Bevenroder Straße stark verschlammt und zugewachsen. "Auch wenn der Wasserstand der Schunter niedrig ist, sind wir unsicher", spricht Scheller für viele Querumer. "Seit vorigem Jahr blicken wir mit Sorge auf jede Regenwolke."

Verständnis für die Nöte der Querumer hat der Sprecher der Stadtverwaltung, Jürgen Sperber. "Wir werden die Bäume und Äste demnächst aus dem Wasser ziehen", verspricht er. Auch wolle man sich die Situation unterhalb der Schunterbrücken genau ansehen. Wenn nötig, würden Gewächse und Schlamm demnächst an Land geholt.

Stadtverwaltung prüft

Ob der von den Helms gebaute Deich auf Dauer Bestand habe, werde geprüft, sagt Sperber. Bauwerke in Überschwemmungsgebieten seien genehmigungspflichtig, weil sie bei Hochwasser schlimme Folgen haben könnten. Untersucht werden müsse zunächst, ob der Deich wirklich im Überschwemmungsgebiet stehe.

"Es wäre besser gewesen, Herr Helms hätte sich vor Baubeginn mit der Stadt in Verbindung gesetzt. Dann hätte er eine rechtsverbindliche Auskunft bekommen." Im schlimmsten Fall müssten die Helms ihren mit viel Mühe gebauten Hochwasserschutz abräumen.

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