Beim Ausbau des Eintracht-Stadions wird geklotzt und nicht gekleckert

Stadt plant Modernisierung jetzt mit überdachter Nordkurve – Kosten steigen auf geschätzte 15 Millionen Euro

Die Pläne für die Modernisierung des städtischen Eintracht-Stadions hat Uwe Birker, Chef der Betreibergesellschaft Stadthallen GmbH, gestern unverhofft schnell wieder aus der Schublade holen dürfen. Der Erhalt der 3. Liga hat nicht nur die Fans euphorisiert.

Geredet werden sollte gestern beim Krisengipfel mit Oberbürgermeister Gert Hoffmann über die fehlende Liquidität des Klubs und darüber, wie Lizenz-Auflagen des DFB erfüllt werden können. Herausgekommen ist, dass Eintracht möglichst kurzfristig, wie es in der Stellungnahme der Stadt heißt, ein modernes Stadion zur Verfügung gestellt werden soll, um das Ziel Zweitliga-Aufstieg anvisieren zu können.

So schnell geht das in Braunschweig. Vor einigen Wochen noch wurde über Eintracht nur gewettert. Die Stadt hatte die Pläne in der vergangenen Saison auf Eis gelegt.

Nach dem unerwarteten Klassenerhalt am letzten Spieltag sagt Oberbürgermeister Gert Hoffmann jetzt: "Nach dem schrecklichen Blick in den Abgrund müssen wir jetzt alles tun, dass sich so etwas nicht wiederholt. Der Verein braucht dauerhafte, solide und gesicherte Einnahmequellen."

Eintracht-Präsident Sebastian Ebel genoss die Entwicklung: "Ich habe gute Laune. Mehr sage ich nicht. Das hat sich der Oberbürgermeister vorbehalten."

Dass beim Krisengipfel nicht die aktuell benötigte Summe von rund 250 000 Euro für die Namensrechte des Stadions von dem Konsortium zusammenkam, dämpfte die munteren Visionen der Runde offenbar kaum.

Wird schon klappen, heißt es lapidar zu der noch immer vorhandenen Lücke. Nach unseren Informationen sollen die Stadtwerke als zusätzliche Geldgeber einspringen. Da hat die Stadt noch viel Geld aus den Privatisierungen geparkt. Weiter zahlen zu gleichen Teilen Volksbank, Landessparkasse, Volkswagen-Bank, BS-Energy und Öffentliche Versicherung .

Der geplante Dreijahresvertrag über die Namensrechte soll heute vom Verwaltungsausschuss des Rates abgenickt werden. Wie der Kontrakt aussehen wird, wussten die Fraktionen gestern Abend nicht. Es gebe noch rechtliche Probleme, aber keine unlösbaren, heißt es in der städtischen Erklärung.

Ein bisschen mehr Zeit wird die Politik für die Entscheidung über den Stadion-Ausbau bekommen. Schließlich soll jetzt geklotzt und nicht gekleckert werden. Rund 15 Millionen Euro, 4 Millionen mehr als zunächst geplant, sollen nach BZ-Informationen in die marode Spielstätte des gerade der vierten Liga entronnenen Klubs fließen.

Die Mehrkosten kommen zustande, weil auch die Nordkurve mit ausgebaut werden soll. Das Fassungsvermögen steigt damit um einige tausend Zuschauer. "Erst dann verfügt Eintracht über wirklich optimale Wettbewerbsbedingungen", sagt Oberbürgermeister Hoffmann

Vorgesehen waren ohnehin Vip-Logen, neue Geschäftsräume und Gastronomie in einem separaten Bau sowie erneuerte Funktionsräume. Wie der Verein seinen Eigenbeitrag finanzieren wird, ist offen.

Baubeginn könnte noch im Sommer sein, Fertigstellung 2010.

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