Einsturzgefahr: Brand-Haus in der Hochstraße wird abgerissen

Braunschweig  Die Stadt setzt dem Eigentümer eine Frist – dann wird sie selbst aktiv werden.

Die Hochstraße ist inzwischen wieder befahrbar.

Foto: Norbert Jonscher

Die Hochstraße ist inzwischen wieder befahrbar.

Das Feuer in der Hochstraße brach am 19. Januar aus, schräg gegenüber dem Wasserturm. Innerhalb kurzer Zeit stand das Haus in Flammen. Die Feuerwehr benötigte Stunden, um den Brand zu löschen.

Das war vor mehr als drei Monaten. Und nun? Ärgern sich Nachbarn über den traurigen Anblick der ausgebrannten Immobilie mit ihren leeren Fensterhöhlen. Und sie beschweren sich über den penetranten Brandgeruch. „Man kann gar nicht richtig lüften, weil der Brandgeruch immer noch vorhanden ist und in die Wohnungen zieht. Auf dem Balkon sitzen, ist nicht möglich“, schreibt ein Anwohner im Internet-Portal „Alarm 38“ unserer Zeitung.

Ein anderer Nutzer stimmt ihm bei. Es wundere ihn auch. „Erst hieß es, die Hütte muss abgerissen werden, bevor die Straße wieder geöffnet wird, nun wurden die Sperren geöffnet – und die Ruine steht immer noch.“

Was sagt die Stadt?

Sie ist zuständig für die kommunale Gefahrenabwehr – so auch in diesem Fall. Und hatte bereits Anfang März einen „Teilabriss“ des Brandgebäudes angeordnet, bis Mitte des Monats. Aktueller Stand: Der Eigentümer habe, wie angeordnet, die losen Bestandteile am Gebäude beseitigt, so Sprecher Rainer Keunecke. Nun gehe es um den „freiwilligen Komplettabriss der Brandruine“. Die Verwaltung stehe hier im Gespräch mit dem Eigentümer, um möglichst bald eine Einigung zu erreichen. Sollte diese nicht zustande kommen, werde man den Abriss mit einer angemessenen Frist anordnen und „gegebenenfalls zwangsweise durchsetzen“.

Eine konkrete, gegenwärtige Gefahr gehe zwar von dem Gebäude nicht aus. „Nach dem Brand war aber schnell klar, dass ein Wiederaufbau der geschädigten Substanz ausgeschlossen ist. Deshalb muss das Brandgebäude vollständig abgetragen werden.“

Es sei – auch aufgrund weiterer Witterungseinwirkung – nicht auszuschließen, dass das Gebäude irgendwann zumindest teilweise einstürzen wird. Eine Gefahr sei auch, dass Kinder das Grundstück widerrechtlich betreten könnten.

Wie geht es weiter?

Der Hauseigentümer äußerte sich gestern gegenüber unserer Zeitung nicht zu dem Thema. Er sei in Gesprächen mit der Stadt, bestätigte er.

Wie entstand des Feuer?

Das ist weiterhin unklar. Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch. Es werden Zeugen gesucht, eine Belohnung für sachdienliche Hinweise ist ausgeschrieben. Auch die Möglichkeit einer Brandstiftung werde untersucht, heißt es. Nachbarn hatten von einem explosionsartigen Knall berichtet, bevor das Feuer ausgebrochen war.

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