Anwohner: Diese Kreuzung ist eine riesige Gefahrenstelle

Braunschweig  In Wenden sorgen sich Eltern um die Sicherheit ihrer Kinder. Die Stadt verspricht Abhilfe, etwa durch eine Mittelinsel auf der Gifhorner Straße.

Anwohner am Ortseingang von Wenden warnen vor Unfällen an der Kreuzung Gifhorner Straße/Hauptstraße, zum Beispiel Julia Hundertmark (rechts), Georg Möhlmann (dritter von links) und Anna-Zaira Engeln (vierte von links).

Anwohner am Ortseingang von Wenden warnen vor Unfällen an der Kreuzung Gifhorner Straße/Hauptstraße, zum Beispiel Julia Hundertmark (rechts), Georg Möhlmann (dritter von links) und Anna-Zaira Engeln (vierte von links).

Foto: Philipp Ziebart/BestPixels.de

Ein LKW zischt bei Rot über die Fußgängerampel, ein Auto düst in seinem Windschatten noch hinterher – obwohl die Passanten längst Grün haben. Alltag am Ortseingang von Wenden, wo täglich einige tausend Fahrzeuge auf der Gifhorner Straße unterwegs sind.

Die Fußgängerampel ist dort die einzige Ampel. Die Kreuzung hat es in sich: Auf der einen Seite zweigt die Hauptstraße ins Dorf ab, auf der anderen Seite führt eine kleine Straße in die Siedlung an der Autobahn. Warnschilder weisen auf eine Gefahrenstelle hin – doch das reicht etlichen Anwohnern nicht. Sie haben sich zusammengeschlossen und fordern eine spürbare Entschärfung und mehr Sicherheit.

Julia Hundertmark schreibt beispielsweise auf unserem Internetportal Alarm38: „Diese Kreuzung ist eine riesige Gefahrenstelle – es kommt dort regelmäßig zu schweren Unfällen. Es wurde immer eine große Lösung und Umgestaltung der Kreuzung versprochen, aber man hat das nie in die Tat umgesetzt.“

Profitieren würden aus ihrer Sicht alle: Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger. Die Anwohner haben sich jetzt an den Stadtbezirksrat und den Rat der Stadt gewendet. Bei der Einwohnerfragestunde während der letzten Ratssitzung sagte Georg Möllmann zu den Ratsleuten: „Die Situation an der Kreuzung ändert sich immer sehr schnell. Wer aus Wenden oder aus der Autobahnsiedlung kommt, kann sie nicht gut einsehen. Die Kreuzung muss übersichtlicher gestaltet werden.“

Auch seine Nachbarin Anna-Zaira Engeln appellierte an den Rat: Sie hätte am liebsten eine komplett ampelgeregelte Kreuzung. „Unser Sohn wird im Sommer eingeschult“, sagte sie. „Wir üben seinen Schulweg seit vergangenem Sommer regelmäßig – aber wir halten diesen Schulweg nicht für sicher.“

Immer wieder gebe es gefährliche Situationen: „Entweder wird die Fußgängerampel auf der Gifhorner Straße bei Rot überfahren, Autofahrer sind mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs oder sie ignorieren den Zebrastreifen auf der Hauptstraße“, so Anna-Zaira Engeln. „Natürlich könnten wir unseren Sohn auch mit dem Auto zur Schule fahren – aber das entspricht nicht unserem Anspruch, aus ihm einen selbstständigen Menschen werden zu lassen.“

Wie Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer bei der Einwohnerfragestunde ankündigte, soll tatsächlich einiges verändert werden. Zwar wird es nicht die von den Anwohnern gewünschte große Lösung – weil die Kreuzung laut Statistik kein Unfallschwerpunkt sei. Doch Leuer zufolge soll an der Fußgängerampel eine Mittelinsel gebaut werden. „Zugleich werden Anpassungen an der Markierung und Beschilderung vorgenommen“, kündigte er an. Die Planung werde dem Stadtbezirksrat und dem Planungs- und Umweltausschuss Ende Februar vorgelegt. Bei einer Zustimmung könnte die Mittelinsel bis zum Ende der Sommerferien 2018 gebaut sein.

Leuer zufolge wurden die Ampelleuchten bereits auf das größtmögliche Maß umgerüstet, damit sie besser wahrgenommen werden. „Ergänzend werden jetzt kurzfristig Blenden installiert, um sie noch besser erkennbar zu machen“, sagte er.

Außerdem werde die Haltelinie vor dem Stoppschild an der Hauptstraße um etwa einen Meter weiter nach vorn und damit näher an die Radfahrerfurt verlegt, so Leuer. Das soll in den nächsten Wochen geschehen und insbesondere dem Schutz der aus beiden Richtungen querenden Radfahrer dienen.

Zu den Zebrastreifen auf der Hauptstraße sagte er, dass die Verwaltung dort zunächst die Beleuchtung noch einmal überprüfen wolle. Zudem soll die Geschwindigkeit in der Hauptstraße und der Brandenburgstraße gemessen werden.

Die Anwohner wollen nun abwarten, wie es weitergeht. Sie sind skeptisch, ob die geplanten Änderungen wirklich die Sicherheit erhöhen.

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