Leser ratlos: „Ja, wo laufen Sie denn?“

Braunschweig  Während der Sanierung der Broitzemer Straße drohen Irrwege. Die Stadt kündigt Abhilfe an.

Dies ist kein Gehweg mehr, sondern als sogenannter „Überhangstreifen“ Teil der Parkplätze.

Foto: Henning Noske

Dies ist kein Gehweg mehr, sondern als sogenannter „Überhangstreifen“ Teil der Parkplätze.

Unser Leser Gerhard Falk fragt in unserem Portal „Alarm 38“:

Beim Umbau der Kreuzung Broitzemer/Goslarsche Straße wurde die Gehwegbreite drastisch verringert. Für viele Bewohner mit Rollatoren ist ein Passieren kaum noch möglich. Ist das eine Fehlplanung?

Die Antwort recherchierte Henning Noske

Gründlich saniert wurde und wird der Kreuzungsbereich Broitzemer Straße/Juliusstraße/Goslarsche Straße. Mehr Aufenthaltsqualität soll da geschaffen werden: Sandsteinfarbene Pflastersteine und eine Reduzierung der Fahrbahnflächen sollen dafür sorgen. Aber kommen Fußgänger, Rad- und Rollstuhlfahrer jetzt noch richtig durch?

Wir haben und das angeschaut und sehen: Es fehlt noch die rechte Orientierung. Manche Wege führen in die Irre, können sogar zur Stolperfalle werden. Der Sackgassen-Bereich der Broitzemer Straße zum Madamenweg (siehe Graphik) ist offensichtlich noch nicht „fertig“.

Stimmt, erklärt Stadtsprecher Rainer Keunecke auf Anfrage der Redaktion: „Der Umbau ist in diesem Bereich noch nicht abgeschlossen, sondern der erste Bauabschnitt.“

Ja, und was ist mit der Engstelle auf dem Foto oben links? Soll man da etwa gehen? „Es stimmt, als Gehweg wäre der gepflasterte Streifen von 70 Zentimeter Breite zwischen den Parkplätzen und den Grundstücken viel zu schmal“, so der Stadt-Sprecher.

Nach dem Umbau der Straße gebe es auf dieser Straßenseite keinen Gehweg mehr. Der schmale Streifen sei dann „als sogenannter Überhangstreifen ein Teil der Parkplätze“ und verhindere, dass parkende Autos, die bis zur Bordsteinkante vorfahren, den angrenzenden Zaun beschädigen.

Und so sei der Ausbau auch für den weiteren Verlauf der Straße vorgesehen. Wann, das stehe indes noch nicht endgültig fest.

„Ja, wo laufen Sie denn?“, fragt unser Leser also mit einigem Recht. Die Antwort der Stadt: „Der Gehweg liegt zukünftig ausschließlich auf der anderen Straßenseite, da die Seite bebaut ist und es dort Hauseingänge gibt.“ Nach dem endgültigen Ausbau der Straße solle dort auch das halbseitige Parken auf dem Gehweg entfallen. Und damit werde der Gehweg dann ja in voller Breite nutzbar sein.

Im Moment hilft das allerdings noch nicht, wie wir vor Ort sehen können. Man muss auf die Fahrbahn ausweichen, fühlt sich dort jedoch nicht sicher, wie Anwohner berichten. Aber es soll Abhilfe geben. Keunecke: „Für die Übergangszeit wird in den nächsten Wochen noch eine sichere Querungsmöglichkeit auf die andere Straßenseite eingerichtet – auch für Bürger, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.“ Die ganze Planung sei durch den Stadtbezirksrat übrigens im Rahmen der Bürgerbeteiligung zur „Sozialen Stadt“ öffentlich diskutiert und abgestimmt worden.

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