Wenn das Sportflugzeug sonntags auf die Nerven geht

Braunschweig  Ein Leser fordert ein Sonn- und Feiertagsflugverbot für laute Maschinen. Doch die Rechtslage gibt das nicht her.

So sieht ein modernes einmotoriges Kleinflugzeug aus.Foto: dpa

So sieht ein modernes einmotoriges Kleinflugzeug aus.Foto: dpa

„Über den Wolken / muss die Freiheit wohl grenzenlos sein...“, sang einst Liedermacher und Hobby-Pilot Reinhard Mey. Aber nicht bei uns in Braunschweig, möchten viele ihm zurufen. Denn bei uns gelten schließlich Betriebsbeschränkungen auch für Freizeit-Piloten. So dürfen sie in der Zeit von 13 bis 15 Uhr keine Platzrunden am Flughafen drehen, und auch eine Mindestflughöhe von 300 Metern müssen die einmotorigen Maschinen einhalten, damit sie ruhesuchenden Braunschweigern nicht über Gebühr auf die Nerven gehen, die fliegenden Männer in ihren knatternden Kisten.

So viel vorab. Nur ist das mit dem Lärm so eine Sache. Was dem einen noch recht ist, bringt den anderen auf die Palme. Im beschaulichen Riddagshausen beispielsweise. Im Internet-Portal Alarm 38 unserer Zeitung ist’s nachzulesen. Versuche man an schönen Sonn- und Feiertagen, klagt ein Nutzer, auf der eigenen Terrasse, im Garten oder im Naturschutzgebiet Riddagshausen Ruhe zu finden, werde „dieses durch laute Sportflugzeuge unterbunden“. Und das an Sonntagmorgen um 10.30 Uhr. Eine Sportmaschine habe da neulich die andere abgelöst. Bei all dem Lärm habe man dem Vogelgezwitscher gar nicht mehr lauschen können. Kurzum, nur weil „eine Handvoll Flieger ihrem Hobby frönen“, müssten Tausend Stadtbewohner unter dem Krach leiden. „Hier sollte ein Start – und Landeverbot an Sonn- und Feiertagen für laute Sportflugzeuge ausgesprochen werden.“ Wer sich den teuren Flugsport leisten kann, könne sich auch ein leises, gekapseltes Flugzeug leisten.

Was an sich richtig ist. Nur, und darauf verweist Ulrich Haufe, Fluglärmschutzbeauftragter für den Braunschweiger Flughafen, gebe es hierfür derzeit kein rechtliches Instrumentarium. Die Sache sei die: Ein Luftfahrzeug, das einmal zugelassen ist, bleibe zugelassen, solange es nur flugtüchtig ist. Und „die Dinger“ würden meist uralt, bis zu 40 Jahre. Alle 2000 Flugstunden werde der Motor überprüft. Das war’s.

Folge: Über Braunschweig seien teils sehr alte Modelle unterwegs, noch mit lauten Zweiblatt-Propellern und ohne Schalldämpfer. Haufe: „Neue Maschinen sind da heutzutage wesentlich leiser. Die hört man kaum.“

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