Schaumparty im Kennel: Und die Fische?

Braunschweig  Stadt fordert vom Veranstalter ein ökologisch unbedenkliches Konzentrat.

Eine Schaumparty nach Ballermann-Art soll im Kennel stattfinden.Foto: dpa

Foto: dpa

Eine Schaumparty nach Ballermann-Art soll im Kennel stattfinden.Foto: dpa Foto: dpa

Der Veranstalter spricht von „Mallorca-Feeling“ und den Auftritt von bekannten „Mallorca-Stars“ wie Mia. Im Kennelbad soll am Sonntag ab 15 Uhr eine große Schaumparty stattfinden. Doch mancher sorgt sich im Internet-Portal Alarm 38 unserer Zeitung. Einer fragt: „Mich würde interessieren, wie sich dieses mit der Wasserqualität und in dem Teich lebenden Tieren verträgt?“

Die Stadt teilt dazu auf Anfrage mit: Zunächst, die geplante Schaumparty habe sei nach deutschem Wasserrecht nicht genehmigungspflichtig, so Sprecher Adrian Foitzik. Allerdings gelte nach dem Wasserhaushaltsgesetz der sogenannte Besorgnisgrundsatz zum Schutz der Gewässer. „Danach dürfen Stoffe nur so gelagert oder abgelagert werden, dass keine Schädigung der Gewässer- oder Grundwasserqualität eintritt.“ Da das Grundwasser im Kennel recht hoch stehe, bestehe hier durchaus die Gefahr einer Grundwasserverschmutzung.

So viel vorab. Die Untere Wasserschutzbehörde sei durch das Bauordnungsamt über die Veranstaltung in Kenntnis gesetzt worden. „Der Veranstalter ist daraufhin aufgefordert worden, ein Sicherheitsdatenblatt des Herstellers für das Schaumkonzentrat vorzulegen.“ Denn dem zuvor bei der Bauordnung eingereichten Sicherheitsdatenblatt sei zu entnehmen gewesen, dass das Schaumkonzentrat der Wassergefährdungsklasse 2 (vergleichbar mit Motoröl und Diesel) entspricht. Foitzik: „Einige Inhaltsstoffe sind schädlich für Wasserorganismen.“

Zudem stehe expliziert in dem Sicherheitsdatenblatt, dass der Stoff nicht ins Grundwasser oder ein Gewässer gelangen darf. „Der Veranstalter ist daher darauf hingewiesen worden, dass er diesen Stoff nicht einsetzen darf, dies würde eine Straftat darstellen.“

Daraufhin habe der Veranstalter den Einsatz eines anderen Schaumkonzentrates vorgeschlagen. Eine Information über die Wassergefährdungsklasse habe er jedoch nicht geliefert.

Stattdessen habe er diese Schutzmaßnahmen vorgeschlagen:

– Der Schaum-Bereich soll mit Teichfolie unter Sand ausgelegt werden,

– der See soll abgesperrt und ein Badeverbot verhängt werden,

– genügend Securitypersonal sowie Bademeister für die Durchsetzung vor Ort sollen am Sonntag anwesend sein,

– und es sollten genügend Duschmöglichkeiten im Bad angeboten werden.

Foitzik: „Der Veranstalter wurde deshalb am Freitag erneut schriftlich auf die Rechtslage hingewiesen und aufgefordert, den vorgesehenen Stoff und damit die Wassergefährdungsklasse mitzuteilen. Da er dies nicht getan hat, hat die Verwaltung ihm die Verwendung eines wassergefährdenden Schaumkonzentrats für die Veranstaltung untersagt.“ Dazu hat sie dem Veranstalter eine entsprechende Untersagungsverfügung zugestellt. Die Polizei wie auch der Pächter des Kennelbads seien zudem über den Sachverhalt informiert worden.

Auf Nachfrage äußerte sich gestern der Veranstalter der Schaumparty gegenüber unserer Zeitung nicht weiter zu dem Thema und verwies auf die genannten Schutzmaßnahmen.

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