Steuerfrau zwischen PC und Gabelstapler

Salzgitter.  Die 20-jährige Rebecca Aßmann berichtet von ihrer Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik bei MAN.

Rebecca Aßmann, Berfin Algu und Selina Strube (von links) lernen bei MAN den Beruf Fachkraft für Lagerlogistik.

Rebecca Aßmann, Berfin Algu und Selina Strube (von links) lernen bei MAN den Beruf Fachkraft für Lagerlogistik.

Foto: man Academy

Fachkraft für Lagerlogistik – diesen Beruf lernt die 20-jährige Rebecca Aßmann bei der MAN Truck & Bus AG Salzgitter. Über die erste Zeit in ihrem Ausbildungsunternehmen, ihre Höhepunkte und Herausforderungen sprachen mit ihr die „Zukunft-Bilden“-Teilnehmerinnen Berfin Algu und Selina Strube.

Rebecca, die Hälfte deiner Ausbildungszeit ist jetzt nach eineinhalb Jahren um. Kannst du dich noch an deine Erwartungen erinnern und wie die ersten Wochen im Betrieb für dich waren?

Ich hatte keine wirklichen Erwartungen an die Ausbildung. Bei mir überwog die Vorfreude, in einen neuen Lebensabschnitt zu starten. Das erste Treffen erfolgte schon vor Ausbildungsbeginn, bei unserem sogenannten Starter-Day. Bei diesem wurden wir durch Auszubildenden aus dem zweiten Lehrjahr auf unsere Ausbildungszeit eingestimmt. Die ersten Wochen bestanden hauptsächlich darin, die anderen Auszubildenden und den Betrieb kennen zu lernen. Wir hatten zwei Kennlernfahrten nach Braunlage und Hustedt. Bevor unsere Arbeit im Betrieb richtig starten konnte, gab es einige Schulungen. Wir haben unseren Staplerschein gemacht und uns mit dem Computer-System vertraut gemacht.

War es für dich nicht ungewöhnlich, als Mädchen in einem großen Industrieunternehmen anzufangen?

Da wären wir dann doch bei den Erwartungen, denn auch ich dachte, es wäre ungewöhnlich. Doch die Erwartung wurde beim ersten Kennenlernen sofort wieder über Bord geworfen. Mein Lehrjahr besteht sogar ausschließlich aus Logistikerinnen. Wir sind zu neunt. Ich war positiv überrascht. Aber auch in den anderen technischen Berufen entdeckte ich viel Frauen-Power.

Wenn du nun auf die bisherige Ausbildungszeit zurückblickst, was war dein Höhepunkt?

Oh, da gibt es viele Dinge, auf die ich positiv zurückblicke. Aber eine Sache bleibt mir doch schon mehr in Erinnerung – die Ausbildungskooperation mit Volkswagen und Volkswagen Group Service. Seit 2014 macht MAN Salzgitter mit Volkswagen Braunschweig und Salzgitter einen achtwöchigen Austausch.

Wir, die MAN-Azubis, dürfen für die Zeit in die Welt der Volkswagen-Azubis hineinschauen und andersherum.

Ich war im Werk Salzgitter eingesetzt. Es ist zwar im Grunde ein Konzern, aber es ist schon eine große Veränderung; sei es die Pausen oder Arbeitszeiten, die neue Umgebung oder Kollegen, die man für diese Zeit kennenlernen durfte. Es war schon anders als „Zuhause“.

Die MAN-Azubis gingen immer in Zweier-Gruppen zu VW nach Salzgitter oder nach Braunschweig und im Austausch kamen dann vier Volkswagen-Auszubildende zu uns. Wir kennen uns auch untereinander, da wir die gleiche Berufsschulklasse besuchen.

Während dieser Zeit habe ich viel Neues dazu gelernt, über meinen Tellerrand hinausgeblickt und kann dies als eine tolle Erfahrung verbuchen.

Welche Herausforderung hattest du während deiner bisherigen Ausbildungszeit?

Es gab verschiedene Herausforderungen für mich. In dieser wohl kurzen Zeit wird man erwachsener. Man muss lernen, für sich selbst die Verantwortung zu übernehmen. Die Herausforderung in der ersten Zeit bestand in der Probezeit. Diese erstreckte sich bei uns über drei Monate. Dann gab es einen Elternsprechtag, bei dem wir gemeinsam mit unserem Ausbilder und unseren Eltern die Zeit reflektieren konnten. Die aktuellste Herausforderung bestand darin, die Zwischenprüfung erfolgreich abzuschließen. Durch die gute Unterstützung des Betriebes ist uns das sehr gut gelungen.

Was gefällt dir besonders gut an dem Beruf Fachkraft für Lagerlogistik?

Der Beruf ist sehr abwechslungsreich. Es gibt viele Dinge, die ich am Computer in der Theorie plane, aber es gibt auch handfeste Aufgaben, bei denen ich Stapler fahre und tatsächlich im Lager und in der Produktion unterwegs bin. Und in der Ausbildung selbst lernen wir durch den ständigen Abteilungswechsel nicht nur viele logistische Prozesse kennen, sondern auch viele verschiedene Menschen.

Zukunft Bilden ist eine Bildungsinitiative der BZV Medienhaus GmbH gemeinsam mit vielen Partnerunternehmen in der Region.

Azubis lesen während der einjährigen Projektteilnahme die Zeitung und dürfen an einem vielseitigen Programm an Mitmachaktionen teilnehmen. Dazu gehört eine Schreibwerkstatt, in der auch dieser Text entstand.

Kontakt:
www.zukunftbilden.org

(0531) 3900 590



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