Mit Bärbel Weist auf historischer Spur in Fallersleben

Fallersleben.  Die Theatergruppe des Kultur- und Denkmalvereins zeigt an neun Stationen Szenen vom Leben in der Hoffmannstadt.

Historischer Stadtrundgang in Fallersleben mit szenischem Spiel.

Historischer Stadtrundgang in Fallersleben mit szenischem Spiel.

Foto: LARS LANDMANN / regios24

Wie fühlte sich Hannelore Holub denn so, gedanklich und optisch um 200 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt? „Super“, lautete die Antwort, „ich habe mich immer für Geschichte interessiert.“ Am Sonntag wandelte die Wolfsburgerin mit mehr als 20 Begleitpersonen und Fallerslebens Ortsbürgermeisterin – in der Robe der Herzogin Clara – auf historischen Pfaden. Die Theatergruppe des Kultur- und Denkmalvereins zeigte an neun Stationen lebendige, unterhaltsame humorvolle Szenen vom Leben in der Hoffmannstadt. Diese „Damals war’s“-Sequenzen stammen aus der Feder von Bärbel Weist, die als unterhaltsame Führerin des Spaziergangs das „wandernde Publikum“ in die Zeiten von Schmugglern, herrschaftlichen Strukturen und bürgerlichen Freiheitsbestrebungen versetzte.

Los ging es am einstigen Witwensitz der Herzogin Clara, dem Fallersleber Schloss. Dort begrüßten drei prächtig ausstaffierte Herolde die Teilnehmer mit Gesang und Bandoneon-Klängen. Karl-Heinz Trunk, Manfred Wegner und Axel Claes widmeten sich zum Auftakt, neben dem Willkommen der Gäste, dem Lebenslauf eines der größten Fallersleber Söhne. Sie präsentierten die Stationen des Dichters Heinrich Hoffmann in musikalischer Form.

Vom Vordereingang, dem Aufgang zum Hoffmannmuseum, ging es zunächst auf die Wiese zwischen Schloss und Feuerwehr. Dort spielten Reinhardt Reupke als Jäger der Herzogin und Gisela Psenner als junger Dieb den „Holzdiebstahl“ im Barnbruch. Ein amüsanter Blick ins 16. Jahrhundert, der den Zuschauern an manchen Stellen ein Lachen entlockte.

Für gute Laune sorgte zudem die „Spinnstubenverordnung“, die Axel Claes, Heike Nolde, Ulrike Köppe und Gerhild Wehl nicht auf die Bühne, sondern aufs Pflaster des Schloss-Innenhofs brachten. Gerhild Wehl, zum Auftakt des Nachmittags noch mit grauen Haaren, erblondete vor dieser Szene. Der Zopf, den sie unter ihrer Haube trug, gab den Ausschlag für die haarige Verjüngung. „Den habe ich mal in einem Handarbeitsgeschäft bekommen“, erzählte die aus dem Spessart stammende (Laien-)Darstellerin.

Insgesamt 10 kurze Theaterstücke hatten die Organisatoren für die 90-minütige Ortsführung ausgewählt. Dazu gehörten noch die „Lohnzahlung im Kalischacht“, die „Schenkungsurkunde für ein Kloster“, „Hoffmann von Fallersleben forscht nach Kinderliedern“, „Not zwingt zum Schmuggeln“, „Ein Brief aus Amerika für Heinrich Hoffmann“ sowie Informationen über das Hoffmannhaus. Neben den Genannten wirkten Heike Nolde, Andreas Klar, Peter Plate und Irmgard Günther mit. Die Führung war ein Beitrag der Fallersleber Theatertruppe zum Tag des offenen Denkmals. Damit wird die Tour zu Fuß durch die Hoffmannstadt aber für dieses Jahr längst nicht ad acta gelegt. Bärbel Weist und ihr Darsteller-Team werden noch einige Male von Amtschreibern, Hausmädchen, Jägern sowie dem Dichter und Freiheitskämpfer Heinrich August Hoffmann erzählen.

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