Investoren-Wettbewerb

Wolfsburger Gemeinde will Ensemble von Alvar Aalto verkaufen

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Die Heilig-Geist-Kirche in Wolfsburg steht zum Verkauf.

Die Heilig-Geist-Kirche in Wolfsburg steht zum Verkauf.

Foto: LARS LANDMANN / regios24

Wolfsburg.  Die evangelische Lukas-Gemeinde in Wolfsburg schreibt einen Investoren-Wettbewerb für ihr Aalto-Ensemble aus. Im Angebot seien fünf Gebäude.

Eine der wenigen Kirchen des finnischen Stararchitekten Alvar Aalto (1898-1976) steht zum Verkauf. Die evangelische Lukas-Kirchengemeinde in Wolfsburg schreibt einen Investoren-Wettbewerb für ihr Ensemble von Aalto-Gebäuden aus, wie ein Sprecher am Freitag mitteilte.

Im Angebot seien dabei fünf Gebäude, zu denen neben der 1962 eingeweihten Heilig-Geist-Kirche auch ein Glockenturm und der weltweit einzige von Aalto entworfene Kindergarten gehören.

Aalto ist einer der namhaftesten Architekten des 20. Jahrhunderts

Alvar Aalto zählt neben Le Corbusier, Mies van der Rohe und Frank Lloyd Wright zu den weltweit namhaften Architekten des 20. Jahrhunderts. Insgesamt gibt es sieben Kirchen nach seinen Entwürfen: vier in Finnland, eine in Italien und mit der Heilig-Geist-Kirche und der Stephanus-Kirche gleich zwei evangelische Kirchen in Wolfsburg. Sie stehen für den Boom, den die 1938 als Sitz des Volkswagen-Werks gegründete Stadt in der Nachkriegszeit erlebte.

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Die Heilig-Geist-Kirche sei ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung, hieß es. Allerdings werde sie nur noch temporär für Gottesdienste genutzt. Teile stünden seit Jahren leer, der Zahn der Zeit nage an der Substanz, sagte der Sprecher. Das Gebäude-Ensemble solle nach den Vorstellungen von Kirchengemeinde und Kirchenkreis, der Stadt Wolfsburg und der Alvar-Aalto-Gesellschaft „denkmalschutz-, kirchen- und gesellschaftskonform nachgenutzt werden und so für die Nachwelt erhalten bleiben“, erläuterte er. „Dafür werden nun Investoren mit Ideen gesucht.“

Das Ensemble soll möglichst originalgetreu erhalten bleiben

Die Liemak-Immobilien GmbH der Klosterkammer Hannover hat den Angaben zufolge zu diesem Zweck einen zweistufigen Wettbewerb ausgelobt. Im ersten öffentlichen Teil könnten sich mögliche Investoren mit ihrer Expertise einbringen. In einem zweiten Schritt werde ein Gremium Kandidaten auswählen, die im Investorenwettbewerb Konzepte vorstellen können. Ziel sei es, das Ensemble vollständig und möglichst originalgetreu zu erhalten. Das innerstädtische Areal sei rund 9.000 Quadratmeter groß.

Neben der Kirche im finnischen Vuoksenniska zähle die Wolfsburger Heilig-Geist-Kirche zu den spektakulärsten Aalto-Bauten, schreibt der Kunsthistoriker Holger Brülls: „Beide Kirchen lassen erkennen, dass Aalto kein Zweckdenker war, sondern frei gestaltender Künstler.“ Auch als Stadtplaner und Möbeldesigner war der finnische Architekt bekannt – bis heute ist die wolkenförmig geschwungene „Aalto-Vase“ ein beliebtes Designerstück.

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