Für den guten Zweck: Wolfsburger packen Päckchen am Backtisch

Wolfsburg.  Ein weihnachtliches Überraschungs-Päckchen bekommen in den nächsten Tagen 450 Familien in Wolfsburg und Wittingen.

Viele fleißige Helfer packten die Päckchen.

Viele fleißige Helfer packten die Päckchen.

Foto: Helge Landmann / regios24

Im Konditorei-Raum von Cadera ging es am Dienstagnachmittag Hand in Hand. Aufklappen, befüllen, weiterreichen, verschließen: Fertig waren die adventlichen Päckchen. Torten waren nicht darin, denn „Konditoren arbeiten bei Cadera nur nachts", merkte Ingmar Wolf-Doettinchem von der Geschäftsführung an. Die Aktion hatte zum Ziel, jenen eine vorweihnachtliche Freude zu bereiten, die nicht auf der sozialen Sonnenseite stehen.

Viele Institutionen kooperieren für das Projekt

Beim Päckchenprojekt kooperierten der Evangelische Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen, die Rotarier und die Lions, die evangelische Familienbildungsstätte, die IG Metall und Cadera. Auf den „Packerzug“ waren spontan Mitglieder der „Aktiven Fanszene“ der VfL-Fußballer aufgesprungen. Kirchenkreis-Sozialarbeiterin Danica Kahla-Lenk erklärte, wie es dazu kam. „Ich kooperiere mit deren Tafelteam. Zweimal in der Woche verteilen wir Lebensmittel. Auch heute. Die VfL-Anhänger haben sich angeboten mitzukommen und uns beim Packen zu unterstützen.“ „Ging so viel schneller“, fügte Tom Behrens von der Fanszene hinzu.

Initiatoren hoffen auf Nachahmer

Mit von der Partie war auch Christian Berndt, der Superintendent des Kirchenkreises. Ist das Päckchenpacken sein Ding? „Wenn ich das allein tun müsste, vielleicht nicht. Aber das gemeinsame Werk, das wir anpacken, das bereitet viel Freude.“ Die wird in weihnachtlichen Päckchen an 450 Familien weitergegeben. „Das sind Menschen, die zu uns in die Beratungsstelle kommen“, erläuterte Danica Kahla-Lenk den sozialen Hintergrund. Zusammen mit ihrem Wittinger Kollegen Frank Breust und der Pädagogin Martha Pordzik von der Evangelischen Familienbildungsstätte hatte sie das Projekt vorbereitet. Und in Cadera-Geschäftsführer Hendrik Wolf-Doettinchem einen Unterstützer gefunden. Der Unternehmer hofft, „dass diese Aktion Nachahmer finden wird“.

Kekse, Teig und Weihnachtsmänner

Das hoffen, im Sinne von „mehr als 3000 Kindern in Wolfsburg, die an der Armutsgrenze leben“, auch Christian Matzedda und Yesim Ünlü von der IG Metall. „Wir Gewerkschafter unterstützen soziale Maßnahmen gern, vor allem, wenn sie in die Breite gehen.“ Das wird bei den Päckchen der Fall sein. 50 davon nahm Frank Breust am Dienstag nach Wittingen mit. Die anderen 400 bekommt Danica Kahla-Lenk in ihr Büro gebracht. „Dort werden sie von den Familien abgeholt oder ich bringe sie ihnen vorbei.“ Worauf sich die Empfänger freuen dürfen? Auf fertiggebackene Plätzchen, Keks-Teig mit den dazugehörigen Ausstechformen, Schokoweihnachtsmänner, Windlichthäuschen und Weihnachtsbäumchen zum Selberbasteln.

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