Wolfsburg: Coronafälle unter Heim-Mitarbeitern

Wolfsburg.  Die Wolfsburger Diakonie hatte in diesem Herbst schon häufiger Coronaverdachtsfälle. In Detmerode und der Nordstadt bestätigten sie sich nun.

Im Team des Seniorenzentrums Johannes Paul II in Wolfsburg-Detmerode gab es vor einer Woche den ersten Coronafall.

Im Team des Seniorenzentrums Johannes Paul II in Wolfsburg-Detmerode gab es vor einer Woche den ersten Coronafall.

Foto: Helge Landmann / regios24 (Archiv)

In zwei Wolfsburger Diakonie-Pflegeheimen gibt es Coronafälle unter den Mitarbeitern. Wie die Wolfsburger Nachrichten aus sicherer Quelle wissen, wurde in den vergangenen zehn Tagen erst eine Mitarbeiterin des Pflegeheims Johannes Paul II in Detmerode und später eine Pflegerin im Demenzbereich des Seniorenzentrums St. Marien in der Nordstadt positiv getestet.

Nach unseren Informationen wurden Mitarbeiter und Bewohner oder ein Teil der Bewohner daraufhin mit Schnelltests getestet. Die Diakonie äußert sich nicht zu den Coronafällen in ihren Altenheimen. Das Unternehmen, das einen Großteil der Wolfsburger Pflegeeinrichtungen betreibt, erklärt lediglich, es seien keine Bewohner betroffen. Zu Coronafällen unter den Mitarbeitern und daraus resultierenden Maßnahmen macht die neue Öffentlichkeitsbeauftragte Katrin Zumkier unter Verweis auf den Datenschutz keine Angaben.

Verdachtsfälle setzen Kette von Schutzmaßnahmen in Gang

Bereits in den vergangenen Wochen hat es in den Einrichtungen der Diakonie immer wieder einzelne Verdachtsfälle gegeben. „Wir prüfen den Gesundheitszustand unser Bewohnerinnen und Bewohner regelmäßig. Ebenso achten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ihren Gesundheitszustand“, erläutert die Diakonie-Sprecherin. „Sobald sich Auffälligkeiten zeigen, handeln wir. Bei einem Verdachtsfall informieren wir umgehend das Gesundheitsamt und stehen im Austausch mit den zuständigen Behörden.“

Darüber hinaus würden bei Verdachtsfällen sofort Schutzmaßnahmen getroffen: Schließung der Einrichtung für Besucher, Trennung der Bereiche, Arbeiten in Schutzausrüstung, Verteilung von FFP2-Masken an die Bewohner. „Sie sowie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit der betroffenen Person Kontakt hatten, werden umgehend mit einem PoC-Antigen-Schnelltest getestet. Positiv getestete Personen werden sofort dem Gesundheitsamt gemeldet, sodass ein PCR-Test erfolgen kann“, erläutert Zumkier.

Diakonie Wolfsburg hat sich mit Ausrüstung und Schnelltests eingedeckt

Das Diakonische Werk Wolfsburg, in dessen Hanns-Lilje-Heim es zu Beginn der Pandemie zu einem der verheerendsten Coronaausbrüche in deutschen Altenpflegeeinrichtungen kam, hat sich mit einem Zentrallager voller Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel auf die zweite Coronawelle vorbereitet. Nach WN-Informationen soll der Vorrat für 130 Tage reichen. Auch Tausende Schnelltests wurden beschafft. Zumkier berichtet, dass Bewohner, Mitarbeiter, Besucher, Physiotherapeuten und Friseure regelmäßig schnellgetestet werden.

Schon seit Überschreiten des Inzidenzwertes von 50 dürfen Bewohner der Wolfsburger Diakonieheime nur noch maximal zwei Besucher pro Tag empfangen. Die Besuche sollen nach Möglichkeit draußen stattfinden. Für schlechtes Wetter stehen Räume zur Verfügung, die ausreichend gelüftet werden können. Die Zimmer dagegen sind außer in Ausnahmefällen für Besucher tabu. Angehörige und Freunde werden dazu angehalten, FFP2-Masken zu tragen.

Ehrenamtliche unterstützen in den Heimen als Besuchsbegleiter

Außerdem wird nach Unternehmensangaben der Gesundheitszustand der Bewohner und Mitarbeiter dokumentiert und bei Auffälligkeiten sofort reagiert. „Wir möchten unseren Bewohnerinnen und Bewohnern so viel Schutz wie nur möglich geben“, schreibt Katrin Zumkier. „Wir hoffen, dass es nur zu kurzzeitigen Besuchsverboten kommt und wir weiterhin grundsätzlich Besuche für unsere Bewohnerinnen und Bewohner ermöglichen können.“

Die Vorschriften und ihre Umsetzung sind für Bewohner und Besucher mitunter schwer zu verstehen. Da die Personalsituation in den Heimen schon vor der Pandemie angespannt war, sucht das Diakonische Werk ehrenamtliche Besuchsbegleiter. In Wolfsburg ist die Diakonie schon fündig geworden: „Die Evangelische Jugend in Wolfsburg wird uns in den kommenden Monaten bei Besuchen von Angehörigen in unseren Senioren- und Pflegeeinrichtungen unterstützen“, so Zumkier.

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