Wolfsburger Spendenmärchen: 3000 Euro für Tierschutzverein

Wolfsburg.  Viel um die Ohren hat die Wolfsburger Tierschützerin Bärbel Gädke. Ständig erhält sie Notrufe. Am Freitag aber auch eine schöne Nachricht.

3000 Euro gab eine anonyme Spenderin am vergangenen Freitag bei den Wolfsburger Nachrichten für den Tierschutz ab. Candan Dadali (links), Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle, überreichte das Geld nun an die Tierschutzvereinsvorsitzende Bärbel Gädke.

3000 Euro gab eine anonyme Spenderin am vergangenen Freitag bei den Wolfsburger Nachrichten für den Tierschutz ab. Candan Dadali (links), Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle, überreichte das Geld nun an die Tierschutzvereinsvorsitzende Bärbel Gädke.

Foto: Darius Simka / regios24

55 Mitglieder hat der Tierschutzverein Wolfsburg und Umgebung, etwa zehn kommen zu den Mitgliederversammlungen, aber im Wesentlichen ist die Tierschutzarbeit eine Ein-Frau-Show. Wenn jemand einen Notfall meldet oder ein Tier versorgt wissen möchte, und das ist fast täglich der Fall, klingelt das Telefon bei Bärbel Gädke. Sie ist es, die den Anrufern dann zu helfen versucht.

Zum Beispiel am vergangenen Freitag. Da rief nachmittags ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes an: Auf dem Otto-Wels-Platz in der Wolfsburger Innenstadt hatte ein Mann eine Überdosis genommen. Notarzt und Rettungswagen waren vor Ort. Doch niemand wusste, wohin mit dem Hund des Drogenabhängigen. Das Tierheim war nicht zu erreichen.

In 20 Minuten ist die Tierschützerin am Einsatzort in der Wolfsburger Innenstadt

Also fuhr Gädke los, von Brome nach Wolfsburg in 20 Minuten. „Ich bin wie die Feuerwehr gefahren, nur ohne Blaulicht“, erzählt die pensionierte Kriminalbeamtin. Den Hund brachte sie in ihrer Hundehütte unter. Für eine Nacht, denn ein Happy-End gab es nicht.

Obwohl das Tier viel zitterte, wenig fraß und vollkommen apathisch wirkte, musste Gädke es tags darauf an den Besitzer zurückgeben. Sie schenkte ihm noch ein Geschirr dazu, in der Hoffnung, vielleicht eines Tages mehr bewirken zu können.

Am Sonntag gilt es, auf die Schnelle ein Zuhause für zwei Katzenbabys zu finden

Das war am Samstag. Am Sonntagabend klingelte schon wieder das Telefon. Eine Frau hatte in einem Wald bei Königslutter zwei Katzenbabys gefunden. Sie waren abgemagert, durstig und verfloht. Bärbel Gädke stellte den Kontakt zu einer Tierfreundin aus Dannenbüttel her, die das Duo bei sich aufnahm und von Hand aufziehen wird. „Die Kosten übernehmen natürlich wir“, sagt Gädke.

Der Tierschutzverein unterstütze auch die Einrichtung eines Waschbären-Geheges in Wesendorf und übernahm die Kosten für die Kastration von zwei kürzlich in einer Bromer Schule mittels eines Blumentopfs polizeilich festgesetzten und dann von Gädke nach Wesendorf gebrachten Waschbär-Jungen. Günstiger ist die Versorgung zweier Igel, die eine Detmeroderin auf einem Parkplatz entdeckte und Gädke brachte. Sie leben jetzt in einer Behausung aus Ziegelsteinen auf dem Grundstück der Bromerin.

Unkastrierte Katzen verursachen hohe Tierarztkosten für den Wolfsburger Verein

Dagegen geht die Kastration in einer Kleingartenanlage bei Fallersleben herumstreifender Katzen richtig ins Geld. Umso mehr freute sich Gädke daher, als sie am Freitag erfuhr, dass eine anonyme Spenderin 3000 Euro für den Tierschutz in der Geschäftsstelle der Wolfsburger Nachrichten abgegeben hatte. Am Montag nahm die Vorsitzende des Tierschutzvereins das Geld entgegen - e­in schöner Puffer für kommende Tierarztrechnungen.

Gädke hinterließ einen Dankesbrief für die Spenderin. Er liegt in der WN-Geschäftsstelle zur Abholung bereit.

Mehr über den Tierschutzverein Wolfsburg und Umgebung

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