Wolfsburger Theaterring blickt positiv auf neue Spielzeit

Wolfsburg.  Bei der ersten Versammlung seit Beginn der Coronakrise herrschte hoffnungsfrohe Stimmung: Die Spielzeit beginnt am 18. September.

Freuen sich auf die neue Spielzeit (von links): Wolf-Rüdiger Schmieding (2. Vorsitzender), Dorothea Frenzel (1. Vorsitzende) und Lothar Schmidt (Kassenwart).

Freuen sich auf die neue Spielzeit (von links): Wolf-Rüdiger Schmieding (2. Vorsitzender), Dorothea Frenzel (1. Vorsitzende) und Lothar Schmidt (Kassenwart).

Foto: Helge Landmann / regios24

Am Freitag um 20 Uhr wird sie eröffnet: Die neue Spielzeit am Scharoun-Theater, und die erste unter Corona-Vorgaben. Zuvor traf sich der Theaterring im großen Saal für seine Jahreshauptversammlung. „Es fühlte sich fast an wie ein Neujahrsempfang“, berichtet Vorsitzende Dorothea Frenzel, „das Treffen war gut besucht, es herrschte eine gute Stimmung – ein positives Signal für das Theater und die Kultur an sich.“

Viele Monate nach dem Neujahrsempfang und ein halbes Jahr nach der letzten regulären Vorstellung war es das erste Mal, das sich das Scharoun-Theater wieder so mit Leben füllte, kurz bevor ab Freitag wieder die Bühne von Künstlern besetzt werden wird. Das Treffen der Theaterring-Mitglieder stand so vor allem auch im Zeichen der Veranstaltungen, die abgesagt werden mussten: Die Reihe „Theater macht Schule“ pausierte, die Kulturreise nach Detmold fiel aus. Sie soll im kommenden Jahr nachgeholt werden. Auf dem Spielplan steht dann das Schauspiel „Winterreise“ von Elfriede Jelinek.

Lesung mit Rainer Steinkamp wird nachgeholt

Nachgeholt wird auch eine Lesung mit dem scheidenden Intendanten Rainer Steinkamp. Er wird am 2. November noch einmal in sein Theater zurückkehren, kündigt Frenzel an: Um 19.30 Uhr ist er im großen Haus zu erleben. Was er liest? Offen. „Aber er könnte auch das Telefonbuch vorlesen, so toll, wie er immer liest“, so Frenzel.

Festgezurrt ist auch schon der Neujahrsempfang 2021, er findet am 16. Januar um 19.30 Uhr statt. Die Géza Gál Jazz-Group tritt unter dem Titel „Jazz and Soul Rendezvous“ auf.

Das Theater soll wieder belebt werden

Bernd Upadek vom Jungen Theater blickte mit den Mitgliedern des Theaterrings zurück auf das „Memoria“-Projekt, für das Regisseur Eyal Lerner Anfang des Jahres zusammen mit dem Jungen Theater mit Wolfsburger Schulen zusammenarbeitete. Der Theaterring wirkte als Veranstalter. „Über dieses Projekt hat Eyal Lerner, der zuvor in Genua lebte, einen Lehrauftrag an der Neuen Schule erhalten“, berichtet Dorothea Frenzel, „es ist schön zu spüren, dass das Projekt nachhaltig gewirkt hat.“

Auch Dirk Lattemann gab sich als neuer Intendant die Ehre, den Theaterring zu begrüßen. „Er hat signalisiert, dass das Theater bereit ist, alles dafür zu tun, damit das Theater wieder belebt werden kann“, sagt Frenzel. Zwischen zwei Polen oszilliert dabei die Stimmung: Die Freude über den Neustart steht der Vorsicht und der Sorge über das Infektionsrisiko gegenüber. Das Weihnachtsmärchen etwa werden in diesem Jahr weitaus weniger Menschen sehen können. Die beliebte Derniere „für Erwachsene“ fällt aus.

50.000 Euro Spenden für das Theater

„Trotzdem überwiegt bei mir der Optimismus und die Überzeugung, dass wir jetzt noch mehr zu schätzen wissen, was wir an dem Theater haben“, sagt Dorothea Frenzel. Wie stark verbunden die Wolfsburger dem Theater sind, zeigte sich, als der der Theaterring dazu aufrief, Gutscheine für bereits bezahlte und abgesagte Veranstaltungen an das Theater zurück zu erstatten. „So kamen 30.000 Euro zusammen“, freut sich Frenzel. Weitere 20.000 Euro konnte der Theaterring als Jahresspende zur Verfügung stellen.

Wahlen

Als Schatzmeister wurde Lothar Schmidt in seinem Amt bestätigt. Inge Müller bleibt dem Theaterring als Beiratsmitglied erhalten. Kassenprüfer bleiben weiterhin Willi Barth und Heinrich Günzel. Der Vorstand wurde entlastet.

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