Camper genießen in Wolfsburg wiedergewonnene Freiheiten

Wolfsburg.  Endlich mal wieder Kurzurlaub machen, das wünschen sich im Moment viele. Umso größer ist das Glück der Gäste auf dem Wolfsburger Campingplatz.

Kai (von links), Leni, Gerd-Hermann, Jutta und Sarah Voet genießen ihr Wochenende auf dem Campingplatz am Wolfsburger Allersee.

Kai (von links), Leni, Gerd-Hermann, Jutta und Sarah Voet genießen ihr Wochenende auf dem Campingplatz am Wolfsburger Allersee.

Foto: Helge Landmann / regios24

Dreimal haben sie versucht, auf dem Campingplatz am Allersee unterzukommen. Die ersten zwei Versuche scheiterten an den Corona-Einschränkungen. Der dritte Anlauf ist geglückt, und nun sitzen Tanja und Uwe Bennecke und Ralf und Corinna Briegnitz mit ausreichend Abstand, aber vergnügt um einen Tisch in den Wolfsburger Allerwiesen und genießen ihre wiedergewonnene Freiheit.

Am Vorabend des Himmelfahrtstages sind sie angekommen, in den nächsten Tagen wollen sie gemeinsam Fahrrad fahren und mit ihren Hunden in den Allerpark. „Da kann man ja wunderschön um den See laufen“, sagt Tanja Bennecke. „Die Damen wollen ins Outlet“, erzählt Ralf Briegnitz. „Die Herren auch“, kontert Tanja Bennecke, „aber da wird sich dann schön geteilt“. Bis Sonntag bleibt das gut gelaunte Quartett in Wolfsburg, Corinna Briegnitz fährt nur zwischendurch kurz einmal zum Arbeiten nach Hause. Dass sie zwei der begehrten Plätze für ihren Wohnwagen und das Wohnmobil ergattert haben, erfuhren sie erst eine Woche vorher. Das Gefühl jetzt: „Herrlich.“

Um 9 Uhr morgens beginnt das Leben auf dem Campingplatz ganz gemütlich. Der Naturfreunde-Vorsitzende Juan Carlos Menendez kurvt mit dem Fahrrad herum. Gäste schlurfen zu den Duschräumen oder zur Anmeldung, Brötchen holen. Mit Mundschutz geben die neuen Platzwarte Beate und Gerd Heinrich die Tüten aus. Die Mittfünfziger sind vor einigen Wochen aus München in den Norden gezogen. „Wir wollten immer schon in dem Bereich tätig werden“, sagt Gerd Heinrich, und der Platz sei schön und übersichtlich. Jetzt haben die Heinrichs viel zu tun. „Das Telefon klingelt pausenlos“, so Beate Heinrich. „Jeder will raus, jeder will einen Platz.“ Und die Plätze sind knapp. Zur Verminderung des Ansteckungsrisikos dürfen die Naturfreunde nur jeden zweiten vermieten.

Zu den Glücklichen, die am Himmelfahrtswochenende kommen durften, gehört Christin Laskowsky. Die meisten ihrer Freunde schlafen noch, aber die 30-Jährige aus dem Erzgebirge und ihr Sohn Kay sind schon lange wach. Während der Vierjährige auf dem Spielplatz nach Fossilien buddelt, erzählt die Mama, wie froh sie über den Kurzurlaub ist. „Man gewinnt mal wieder Abstand von allem“, sagt sie. Der Urlaubsplan ist einfach: „Wir bleiben auf dem Campingplatz.“

Auch die Frühstücker, die es sich an den Fass-Minihotels gemütlich gemacht haben, wollen viel Zeit zusammen verbringen - und die Stadt erkunden. Sarah, Kai, Leni, Gerd-Hermann und Jutta Voet zieht es zum Allersee und in die Autostadt. Auch die Volkswagen-Arena wollen sich die drei Generationen aus der Grafschaft Bentheim zumindest von außen anschauen. Gerd-Hermann und Jutta Voet haben den Campingplatz für sich entdeckt, seit sie einmal nach einer Städtetour in Wolfsburg Station machen. Besonders gut gefällt ihnen die Lage. „Zwei Kilometer, dann bist Du in der Stadt“, schwärmt Gerd-Hermann Voet.

Gleich nebenan frühstücken Frank und Martina Imort in ihrem Vorzelt. Das Ehepaar aus dem Gifhorner Nordkreis gehört zu dem Stammgästen auf dem Wolfsburger Campingplatz. Nachdem sie Corona wegen schon ihren Osterurlaub auf Fehmarn abblasen mussten, freuen sich die Imorts um so mehr darüber, bis zum 1. Juni mit ihrem Wohnwagen am Allersee stehen zu dürfen - auch wenn es in diesem Jahr kein Schützenfest gibt und der grandiose Blick auf das Feuerwerk auf der anderen Seeseite ausfällt. Die Hauptsache ist doch der Tapetenwechsel, finden die beiden.

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