Förderverein spendet 1000 Euro für krebskranken Dreijährigen

Wolfsburg.  Jessica Leo freut sich über die Unterstützung, die ihr zumindest die finanzielle Sorge nimmt.

Der dreijährige Lyzian Leo aus Wolfsburg hat Krebs, der Dreijährige wurde im März am Gehirn operiert. 

Der dreijährige Lyzian Leo aus Wolfsburg hat Krebs, der Dreijährige wurde im März am Gehirn operiert. 

Foto: Jessica Leo / Privat

Ein bisschen überrumpelt, ziemlich sprachlos und auf jeden Fall überwältigt reagierte Jessica Leo auf den Anruf von Jens Uwe Kirsch. Das Vorstandsmitglied des Heidi-Fördervereins für krebskranke Kinder hatte in unserer Zeitung vom Schicksal ihres Sohnes Lyzian gelesen: Bei dem Dreijährigen wurde im März ein Medulloblastom diagnostiziert. Nach einer fast vollständigen Entfernung des tischtennisballgroßen Gehirntumors muss der Junge weiterhin die Chemotherapie und Strahlentherapie durchmachen.

1000 Euro will der Wolfsburger Förderverein „Heidi“ der Familie übergeben, um wenigstens die finanziellen Sorgen zu lindern. „Es geht um schnelle und unbürokratische Hilfe“, sagt Jens Uwe Kirsch, „es war uns ein Anliegen, nicht lange zu zögern, sondern schnell zu handeln und der Familie unsere Unterstützung anzubieten, damit die Kraft und Energie dahin fließen kann, wo sie wichtig ist: In der Betreuung des Kleinen.“ Es sei ihm eine Herzensangelegenheit gewesen. „Die Diagnose Krebs ändert das Leben von einer Sekunde auf die andere. Und sie geht uns alle an, denn niemand ist gefeit davor.“

Jessica Leo und ihr Sohn Lyzian sind mittlerweile wieder im Krankenhaus: Der Dreijährige wird im Wolfsburger Klinikum überwacht, seine Blutwerte seien schlecht gewesen, berichtet seine Mutter. „Das ist wohl normal, aber wir bleiben, bis es besser wird.“ Viele Aufbauspritzen habe Lyzian bekommen müssen – zum Glück aber über einen Zugang, also nur ein Pieks für den kleinen Mann. Die finanzielle Hilfe kann die Familie gut gebrauchen. „Seit der Diagnose arbeite ich nicht mehr“, sagt Jessica Leo.

Zuvor hatte sie einen 450-Euro-Job bei der Fleischerei Klarmann in Fallersleben gehabt, als Nebenverdienst hat Leo ein eigenes Gewerbe angemeldet, sie macht Kinderschminken. Das liegt nun auf Eis, denn Lyzian braucht 24 Stunden Betreuung. „Er ist zuvor in die Kita gegangen: Aber das darf er nun nicht mehr, weil sein Abwehrsystem so schlecht ist. Und er könnte es auch nicht, er kann ja nicht mehr laufen seit der OP“, sagt Jessica Leo.

Sie vermisse die Arbeit, den Austausch mit anderen. Umso mehr freue sie sich nun, sich zumindest über Geld erst mal keine Sorgen machen zu müssen. „Auch von der Stiftung Deutsche Leukämiehilfe haben wir 1300 Euro bekommen. Das Geld kommt auf ein Konto in Lyzians Namen. Alle Unkosten, die wir vom Gehalt meines Mannes nicht leisten können, bezahlen wir mit diesem Geld“, sagt Jessica Leo. Was übrig bleibt, soll Lyzian bekommen. Auch, wenn er mal ein Spielzeug zum Trost braucht.

Wer Lyzian schreiben möchte, kann weiterhin einen Brief oder eine Karte an die Station 64a der Medizinische Hochschule Hannover MHH schicken; dort ist die kleine Familie weiterhin immer wieder zur stationären Behandlung. Ein Postfach in Wolfsburg steht noch vor der Einrichtung. Spenden in Lyzians Namen an die Initiativen „Flugkraft“ oder „Onkomützen“ sowie an den „Heidi“ Förderverein für krebskranke Kinder machen der Familie ebenfalls eine Freude.

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